Arbeitsmarkt
Quote steigt mit Schneefall

Der Winter steht vor der Türe - und die Arbeitslosenquote steigt standesgemäß an: «Im November lag sie bei 4,3 Prozent», berichtet Erika Weber, Leiterin der Füssener Arbeitsagentur - und damit um 0,8 Prozentpunkte höher als im Oktober (3,5 Prozent). Die Entwicklung sei nicht beunruhigend, sondern saisonal bedingt: «Zum Winter stellen viele Tourismusbetriebe Mitarbeiter aus.» Trotzdem hat Weber eine positive Nachricht: «Es ist der zweitniedrigste Wert im November seit zehn Jahren.» Nur 2008 (3,8 Prozent) sei die Quote noch niedriger gewesen.

Der Grund dafür sei ganz einfach: «Die Wirtschaftslage ist derzeit gut.» Vor allem die Metallbranche - neben dem Tourismus das wichtigste Standbein im Bereich Füssen - boome derzeit: «Dort stellen Firmen immer noch direkt ein.»

Auch die 194 offenen Stellen lassen die Geschäftsstellenleiterin frohlocken: «Auch wenn es im Oktober 225 waren, ist der Wert für November sehr gut.» Freie Stellen gebe es für die derzeit 1003 arbeitslosen Frauen und Männer durch alle Branchen - vom Gesundheitsbereich bis zum Bau- und Handwerk.

Der Gastronomie und Hotellerie gehe es zwar auch nicht schlecht - trotzdem wünscht sich Weber über den Winter längere Beschäftigungsmöglichkeiten für Mitarbeiter. «Manche haben zwar eine feste Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr», räumt Weber ein.

Dennoch wünscht sie sich eine kürzere saisonale Arbeitslosigkeit: «Im Bereich Sonthofen stellen Betriebe etwa sechs Wochen aus, im Bereich Füssen bis zu fünf Monate. Das ist zu lange.» Von den 1003 Arbeitslosen seien rund 200 aus dem Tourismus: «Diese Zahl ist zu hoch.»

Weber schlägt vor, zum Beispiel im Sommer Überstunden anzureichern und diese dann im Winter abzubauen. «So würden sich Mitarbeiter das Arbeitslosengeld und spätere Einbußen bei der Rente ersparen.» Eine Chance für Erwerbslose sei auch, im Winter in Österreich zu arbeiten. Vor kurzem habe man 25 Arbeitssuchende mit zwei Arbeitgebern aus dem Tannheimer Tal zusammen gebracht. Eine Stelle habe noch keiner gefunden. Weber: «Manche wollen nicht im Tannheimer Tal arbeiten.» (dr)

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