Theater-AG
Proben der Füssener Schüler für das Theaterstück gegen Rassismus laufen auf Hochtouren

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«Keine Panik - Alles wird Blut». So heißt das Theaterstück, das die Theater-AG des Gymnasiums Füssen im Rahmen des Projekts «Schule ohne Rassismus» aufführt. Die Proben der Buben und Mädchen der Jahrgangsstufen fünf bis acht laufen auf Hochtouren. Schließlich ist am kommenden Sonntag, 24. Juli, um 19 Uhr in der Aula Premiere.

Das Stück spielt in Füssen. Die heimische Idylle wird durch schreckliche Verbrechen gestört. Die Bevölkerung gerät immer mehr in Panik, und es kursieren haltlose Gerüchte - vor allem gegen Ausländer.

Eine Szene nach der anderen wird bei den Proben durchgespielt. << Ruhig mehr Emotionen zeigen >>, ermutigt Lehrer Uwe Favero die Nachwuchsschauspieler. Die jungen Darsteller nehmen sich den Tipp gleich zu Herzen und geben in der nächsten Szene 100 Prozent: Ein Pärchen streitet. Es wird geschrien und gebrüllt.

Schüler sind gespannt auf die Reaktionen der Zuschauer

Die Schüler freuen sich auf die Premiere, für viele ist es der erste Auftritt. Spannung liegt in der Luft. Wie werden die Zuschauer auf das Stück mit dem << blutigen >> Namen reagieren? << Die Jungs und Mädchen haben sich das Stück selbst rausgesucht. Wir haben es dann noch so umgeschrieben, dass die Ausländerproblematik stärker hervorgehoben wird und die Handlung in Füssen spielt >>, erzählt Lehrerin Susanna Nieradzik. Und was sagen die Theater-Schüler selbst zum Theaterspielen, zur Thematik des Stücks, zu den Problemen, die darin aufgearbeitet werden?

Veronika Sellmayer (14): << Ich spiele die Reporterin, das ist eine mittelgroße Rolle. Ich spiele sehr gern Theater, es ist toll, mal jemand anders sein zu können. Ich freu mich schon auf die Aufführung. Unser Stück finde ich sehr interessant, nur passieren für meinen Geschmack zu viele Morde.

Ich habe auch schon erlebt, wie Leute gemobbt wurden, nur weil sie anders sind. Ich finde es gut, dass unser Stück auf so etwas aufmerksam macht. >>

Markus Münz (13): << Ich spiele zwei kleine Rollen, einmal einen besoffenen Vater und dann noch einen tollpatschigen Kameramann. Theaterspielen macht Spaß. Es ist lustig, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Ich hab letztes Jahr die Aufführung an unserer Schule gesehen und wollte danach unbedingt bei der Theater-AG mitmachen. In meiner Klasse wurden auch Leute wegen ihrer Herkunft geärgert. Ich hoffe, dass unser Stück dagegen hilft. >>

Franziska Lambacher (12): << Ich spiele Flora, eine Jugendliche, eine größere Rolle. Theaterspielen ist toll. Man lernt viele Leute kennen, kann sich in verschiedene Rollen hineinversetzten und macht viele neue Erfahrungen. Unser Stück ist echt spannend. Später will ich einmal Schauspielerin werden. Ich habe Rassismus noch nie miterlebt, aber ich glaube, dass unser Stück dabei hilft, Vorurteile abzubauen. >>

Jeremias Klein (15): << Ich spiele Apu, den Vater eines ermordeten Kindes, eine interessante Rolle. Schauspielern ist eigentlich gar nicht so meins, aber ich wollte mal miterleben, wie so eine Aufführung zustande kommt. Ein bisschen Lampenfieber hab ich schon, aber das hat doch jeder. Ich bin selbst schon wegen meiner Hautfarbe geärgert worden, aber ich bezweifle, dass ein Theaterstück da viel dagegen ausrichten kann. >>

Wer sich das Theaterstück << Alles wird Blut >> ansehen will, kommt am Sonntag, 24. Juli, oder am Montag, 25. Juli, um 19 Uhr in die Aula des Gymnasiums Füssen. Karten gibt es noch an der Abendkasse.

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