Hilfe
Polizist Roland Berkmüller aus Füssen informiert: Zivilcourage zeigen

Zivilcourage zeigen, ist nicht immer leicht. Wann sollte ich eingreifen, wann muss ich sogar helfen? Es zeigt sich immer wieder, dass es vielen schwerfällt, Ängste zu überwinden und Stärke zu zeigen.

Roland Berkmüller ist Polizist in Füssen und weiß, wie man helfen kann, wenn jemand angegriffen wird, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. 'Die Stimme ist das größte Werkzeug, das man hat', erklärt er.

'Man muss nicht den Helden spielen und sich selbst in Gefahr bringen.' Ein ganz einfacher Tipp ist, dass man den Täter siezt. Und dass man umstehende Personen bittet, ebenfalls einzugreifen. Studien haben ergeben, dass man die Menschen gezielt ansprechen muss.

Wer in die Runde fragt: 'Kann mir jemand helfen?', wird nicht so leicht Unterstützung finden. Wenn jedoch der 'Mann mit der roten Jacke' aufgefordert wird, die Polizei zu rufen und der 'Herr im grünen Hemd' um Hilfe gebeten wird, klappt es oft umso besser.

In solchen Situationen solle man sich vor Augen führen, dass Täter Opfer suchen und keine Gegner. Ein klares, bestimmtes Auftreten sei deshalb sehr wichtig. Berkmüller betont, dass man sich in erster Linie um das Opfer kümmern sollte.

'Man muss das Opfer aus der Gefahrenzone bringen.' Dabei ist der erste Schritt oft der Schwierigste – gerade, wenn viele Menschen vor Ort sind. 'Einer muss den Anfang machen.' Ist diese Hürde genommen, dann sollte man mit seiner Stimme arbeiten.

'Laut und deutlich sollte jeder mitteilen können, wie weit sich jemand nähern darf. Dabei hat jeder eine andere 'Komfortzone'', erklärt Berk­müller.

Der Polizist, der zehn Jahre in München gearbeitet hat, sieht jedoch auch, dass immer weniger Menschen wirklich mit 'offenen Augen und Ohren' unterwegs sind.

'Viele nehmen ihr Umfeld gar nicht mehr wahr.' So sitzen die Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln, sind mit ihrem Handy beschäftigt und merken gar nicht mehr, was um sie herum passiert. Auch während und nach der Tat, sollte man die 'Augen offen' haben.

'Der Polizei ist mehr geholfen, wenn man eine gute Täterbeschreibung hat und nicht, wenn man versucht, dem Täter zu folgen.' Also sollte man sich merken, was der Täter für Kleidung trug, ob er bewaffnet war und auf welchem Weg er geflohen ist.

Doch es geht nicht nur darum, einzugreifen, wenn anderen etwas passiert, sondern sich auch selbst zu schützen. Welchen Weg nehme ich in der Dunkelheit? Wie kann ich reagieren, wenn ich in eine brenzlige Situation komme? 'Es ist wichtig, eine Öffentlichkeit herzustellen.'

'Das bedeutet, dass ich laut und deutlich sage, wenn mich jemand bedrängt.' So schildert der Polizist eine Situation im öffentlichen Nahverkehr. 'Eine junge Frau, die hier von einem Mitfahrer angefasst wird, sollte sich laut äußern und zwar auch wieder in der Sie-Form.

Sobald sie äußert: 'Nehmen Sie ihre Hand von meinem Oberschenkel. Ich möchte das nicht', wissen die Mitfahrer, hier streichelt nicht ein Mann seine Partnerin, sondern hier wird eine Frau bedrängt.' Weitere Infos zu Zivilcourage findet man unter www.aktion-tu-was.de.

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Redaktion extra aus Kempten

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