Brandschutz
Pfrontener Feuerwehrleute trainieren im Container

Die Flammen lodern. Die Temperaturen steigen an der Decke auf 600 bis 800 Grad Celsius. Die Möbel gasen aus. Gleich zündet das Rauchgas zum berüchtigten Flashover, schlagen die Flammen über die Köpfe der Feuerwehrleute. Doch die bleiben cool auf dem Boden knien. Gefasst bleiben, auch beim heißen Einsatz, das ist eines der Ziele der Übung im «Flashover-container», den Bayerische Versicherungskammer und Landesfeuerwehrverband kostenlos bereitstellen. Noch bis heute steht er auf dem Parkplatz beim TSV-Sportgelände in Pfronten-Berg.

«Dass es so heiß wird, hätte ich nicht gedacht», bilanziert Michael Scholz seine Erfahrung aus dem Container, als er sich mit seinen sieben Kameraden nach der Übung verschwitzt aus dem Schutzanzug schält. Aufregend und sehr interessant sei es gewesen, «besser als in der Ausbildung». Ohne die Übung im Container ist die für Atemschutzträger ohnehin nicht komplett, meint Matthias Lang. «Aber leider ist die nicht vorgeschrieben.» Dabei gibt es auch für Lang, der schon im gasbefeuerten Container in Neu-Ulm und im Brandhaus in Würzburg trainiert hat, immer noch etwas Neues zu lernen. So sind die Temperaturen in einem mit alten Holzpaletten befeuerten Container, wie er derzeit in Pfronten steht, wesentlich höher als in einem Gasfeuer. «Außerdem sieht man die komplette Brandentwicklung bis hin zu den dancing angels», sagt Armin Kohler.

Die «tanzenden Engel» sind Feuerzungen im Rauchgas, Vorboten des drohenden Feuersprungs. Das letzte Warnsignal, zum Hohlstrahlrohr zu greifen und das Rauchgas zu kühlen, bevor die Feuerwalze rollt.

Wasser macht Brandblasen

Mit welcher Tröpfchengröße und ihn welchem Winkel man die kurzen Wasserstöße idealerweise abgibt - auch das erfahren die Pfrontener Floriansjünger von ihrem Trainer Karsten Weber von der Werkfeuerwehr von ZF Sachs in Schweinfurt. Sie lernen, wie man mit wenig Wasser viel erreicht. Denn auch das gehört zu den Erfahrungen aus dem Brandcontainer: Manchmal ist Wasser der Feind des Feuerwehrmanns. Gelangt es an die falsche Stelle der Schutzkleidung, kann es zu üblen Brandblasen führen. Weber hat da eigene schmerzhafte Erfahrungen gesammelt.

Ein Kamerad hatte ihm einmal die Spritze nicht ganz zugedreht zurückgereicht. Wochenlang quälte ihn eine Brandblase an der Hand.

Heute letzter Durchgang

Insgesamt 32 Mann aller sechs Pfrontener Feuerwehren nutzen derzeit die Trainingsmöglichkeit im Container, der eine rund anderthalbstündige Theorieeinweisung vorausgeht. Jeweils acht Kameraden können gleichzeitig Platz nehmen. Heute Vormittag steht der letzte Durchgang auf dem Programm, ehe der für dieses Jahr ausgebuchte Container weiterwandert. Schaulustige sind willkommen. Sie können den größten Teil der Übung durch die geöffnete Tür verfolgen.

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