Schleierfahndung
Pfrontener Beamten geht auch im vergangenen Jahr die Arbeit nicht aus

Ein mit Nieten «verzierter» Handschuh, der sich als Waffe entpuppt, ein Mercedes, der wegen eines Zahlendrehers nicht gleich als gestohlen erkannt wird, artengeschützte Falken ohne Papiere oder auch eine gefälschte aserbaidschanische Heiratsurkunde - mit allerlei kuriosen Vorfällen hatten es im vergangenen Jahr die Beamten der Pfrontener Schleierfahndung zu tun.

Dass seine Beamten trotz 3750 Einsatzstunden am Allgäu Airport bei Memmingen - mehr als doppelt so vielen wie im Vorjahr - kaum weniger Treffer landeten als in den Vorjahren wertet Dienststellenleiter Siegmund Gast als Beleg ihrer hohen Einsatzbereitschaft und Motivation. So zeigten 47 Festnahmen auf Haftbefehle oder der Fund von 13 Kraftfahrzeugen sowie 83 sonstigen gesuchten Gegenständen: «Die Kollegen sind draußen und kontrollieren.» Während Extremismus sowie Waffen- und Sprengstoffdelikte bei den Pfrontener Schleierfahndern weiter kaum eine Rolle spielten, gab es einen «Ausreißer» beim Ausländerrecht. Die Zahl der illegalen Einreisen wuchs von 32 auf 86, die der illegalen Aufenthalte von 38 auf 50. Allerdings handelte es sich laut Gast meist um einfach gelagerte Fälle wie abgelaufene Ausweispapiere oder Visa. Die Schleuserrouten etwa für Iraker liefen eher über den Bereich Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald als durchs Allgäu.

Zusätzliche Arbeit bekamen die Schleierfahnder vergangenes Jahr durch die Justizvollzugsanstalten Kempten und Memmingen. Wie bereits bei anderen Behörden werden die Mitarbeiter darin unterrichtet, möglicherweise gefälschte Dokumente zu erkennen und im Zweifel zur Kontrolle an die Schleierfahnder weiterzureichen. Laut Fahnder Richard Schanda nahmen er und seine Kollegen im Rahmen der sogenannten Behördenfahndung im vergangenen Jahr insgesamt 3215 Dokumente unter die Lupe, die ihnen 14 Behörden wie Ausländerämter, Führerschein- und Zulassungsstellen übergaben. Das sind deutlich mehr als die 2689 des Vorjahrs. Die Zahl der kontrollierten ausländischen Zulassungen stieg von 570 auf 1210. Damit werde verhindert, dass gestohlene oder unterschlagene Fahrzeuge aus dem Ausland eine reguläre deutsche Zulassung erhielten, so Schanda.

Bei den neun (2009: fünf) Dokumenten, die die Schleierfahnder wegen des Verdachts der Fälschung sicherstellten, handelte es sich um vier Führerscheine, drei Identitätskarten, einen Staatsangehörigkeitsausweis sowie die aserbaidschanische Heiratsurkunde, die ein Standesamt zur Überprüfung weitergeleitet hatte. Mit Papieren, die nicht ihnen gehörten, hatten sich zwei Slowaken ausgewiesen, die beim bandenmäßigen Diebstahl von Fahrrädern in Memmingen ertappt wurden. Unter ihren eigenen Personalien waren sie schon gesucht.

Zudem entdeckten die Schleierfahnder bei der Behördenfahndung neun gesuchte Personen. Darunter waren eine zur Festnahme, sieben zur Aufenthaltsermittlung und zwei zur Beobachtung ausgeschrieben.

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