Aktion
Ostallgäuer Feuerwehren wehren sich gegen Mitgliederschwund

5300 Aktive in 100 Feuerwehren, im Schnitt also 53 pro Einheit im Ostallgäu: Das klingt gut. Deshalb betont Kreisbrandrat Markus Barnsteiner: 'Wir haben keinen Nachwuchsmangel.' Doch der demografische Wandel geht auch am Landkreis nicht vorbei. Schon in etwa zehn Jahren könnte die Feuerwehrwelt ganz anders aussehen. Deshalb setzt der Landesverband auf verstärkte Werbung in allen Altersschichten - und er setzt darauf, dass die Wehren sich gezielt um junge Kräfte bemühen, etwa durch die Gründung einer Jugendwehr, wie sie in Pfronten-Berg ansteht.

'Stell Dir vor Du drückst und alle drücken sich', lautet das Motto der auf drei Jahre angelegten und vom bayerischen Innenministerium mitfinanzierten Kampagne. Neben dem Spruch zu sehen ist der bekannte Knopf, mit dem Passanten im Notfall Alarm auslösen können. Er fordert symbolisch: 'Keine Ausreden! Mitmachen'.

Die Alarmglocken müssten allerdings läuten, wenn die Stärke deutlich sinkt. 'Pro Feuerwehr brauchen wir die dreifache Gruppenbesatzung, also 27 Männer.' Oder Frauen. Denn im Ostallgäu leisten auch 154 Frauen ehrenamtlich ihren Dienst – Tendenz steigend.

Das wiederum schreibt Barnsteiner zu einem geringen Teil der Tatsache zu, dass in neueren Gerätehäusern die sanitären Einrichtungen für sie Standard sind, vor allem aber der guten Arbeit in den Jugendgruppen.

Demnächst 40 Gruppen

39 sind es derzeit, die 40. soll demnächst in Pfronten-Berg aus der Taufe gehoben werden. Ohnehin sei Pfronten, sagt Kreisjugendwart Georg Wohlhüter, mehr oder weniger die Keimzelle der Jugendwehren im Landkreis. Bereits 1979 sei dort die erste Jugendgruppe verzeichnet gewesen. Der Schwerpunkt der Jugendgruppen liege jedoch auf dem nördlichen Landkreis.

Das Interesse gerade bei jungen Menschen sei groß. Allein im vergangenen Jahr entstanden drei neue Gruppen. Inzwischen lernen 334 Mädchen und Buben theoretisch und praktisch ihr Handwerk.

Ab zwölf Jahren können Kinder einer Jugendwehr beitreten. Doch da zeigt sich bereits das nächste Problem, das die Wehren plagt: In diesem Alter sind die Kinder häufig schon in anderen Vereinen engagiert. 'Wer Musik und Fußball spielt, ist schon fast ausgelastet', weiß Wohlhüter. Von der Schule einmal ganz abgesehen.

Deshalb gibt es bayernweit das Konzept, sogenannte Kinderfeuerwehren einzurichten. In diesen soll quasi die Brandschutzerziehung, die bei den Grundschülern im Lehrplan steht, vertieft werden. In Füssen wird dies bereits praktiziert.

Das Engagement für Kinder und Jugendliche zahle sich aus, sagt Barnsteiner. Ein Großteil derjenigen, die nach und nach Führungspositionen übernehmen, entstammen den Jugendwehren. Aber wie lange noch, fragt er sich. Denn nach den Prognosen soll sich die Zahl der Feuerwehrleute im Vergleich zu 1980 bis zum Jahr 2020 halbiert haben. 'Das stimmt nachdenklich.'

In Friesenried wird am Samstag, 24. September, ab 9 Uhr der Kreisjugendfeuerwehrtag mit 150 Teilnehmern ausgetragen. Die meisten absolvieren einen Wissenstest, zwei Gruppen wollen die deutsche Jugendspange erwerben.

www.ich-will-zur-feuerwehr.de

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