Wasenmoos
Nun wird Abbruch angeordnet

Mit dem neuen Jahr geht auch der Dauerstreit um die Schwarzbauten im Wasenmoos in eine neue Runde: Betroffene, die keine öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Restnutzungsdauer ihrer Baulichkeiten unterzeichnen wollen, werden laut Landrat Johann Fleschhut ab der zweiten Februarhälfte eine Beseitigungsanordnung erhalten. Von da an läuft eine Abbruchfrist von sechs bis zwölf, in Einzelfällen sogar 24 Monaten.

Landrat: 25 Verträge liegen vor

«25 Verträge sind bereits unterschrieben, weitere Verhandlungen finden derzeit statt», erläutert der Landrat. Seine Einschätzung: «Knapp die Hälfte aller Beteiligten wird mitmachen.» Lediglich im Vordermoos, wo es praktisch keine Erstwohnsitze gebe, falle die Ablehnung sehr hoch aus.

Wobei Fleschhut nicht verhehlen will, dass es ihn persönlich «etwas enttäuscht, dass wir mit unserer großzügigen Lösung nicht mehr Eigentümer überzeugen konnten.» So habe man in etlichen Punkten nachgebessert - etwa bei der Altersgrenze (Bewohner ab 80 Jahren dürfen bleiben), beim Thema energetische Sanierungen oder den Sicherheitsleistungen, die schwerpunktmäßig auf 1000 bis 3000 Euro gesenkt worden seien. Sein Fazit: «Einen Vertrag, wie wir ihn anbieten, gibt es in ganz Bayern nicht.»

Ganz anders schätzt Wasenmoos- Sprecher Hannes Schäfer die Situation ein: Nicht nur im Vordermoos, wo nach seiner Schilderung 16 von 17 Betroffenen gegen den drohenden Abriss klagen werden, sei der Widerstand groß. Hier zeichne sich eine Sammelklage ab, auch der Anwalt der Wasenmoosler stehe schon fest. «Aber auch im restlichen Moos zieht der Großteil vor Gericht», prophezeit Schäfer.

Er und sein Mitstreiter Fred Haseidl rechnen im gesamten Moos mit einer Klagequote von 75 bis 80 Prozent. Vielfach müssten die Klagen vor dem Verwaltungsgericht Augsburg, die seit dem «Rosenbauermoratorium» von 1987 eingefroren waren, nur wieder aufgenommen werden. Zwar hätten viele Betroffene beim Landratsamt einen Vertragsentwurf angefordert - «unterschreiben wird aber kaum einer», so Schäfer.

Die Chancen vor Gericht schätzen beide Seiten als sehr gut ein. Landrat Fleschhut geht «angesichts der klaren Rechtslage» und der Beurteilung durch das Staatsministerium fest von einem Erfolg aus. Doch auch Hannes Schäfer gibt sich optimistisch. Er verweist auf die Empfehlung des Petitionsausschusses, auf das Votum des Stadtrates und die 3500 gesammelten Bürger-Unterschriften und kündigt an: «Wir gehen bis zur letzten Instanz.»

Wann dort mit einem Schlussstrich unters Thema Wasenmoos zu rechnen ist, sei offen. Fleschhuts Prognose: «Plus minus vier Jahre.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen