Nationalpark Ammergebirge
Neuer Entwurf des Nationalparks Ammergebirge setzt fast nur noch auf Staatsflächen

Die Verfechter eines Nationalparks Ammergebirge starten nach mehrjähriger Pause einen weiteren Anlauf: Mit einem veränderten Geltungsbereich, der fast ausschließlich staatliche Flächen umfasst, wollen sie ihre Vision Wirklichkeit werden lassen. Dr. Johann Ehrhardt aus Halblech, einer der Motoren des Projektes, stellte jetzt auf Einladung der Füssener SPD die neueste Planung im Hotel 'Luitpoldpark' vor. Markanter Unterschied: Um die früheren, teils massiven Bedenken von Bauern, Genossenschaften und Gemeinden auszuräumen, wird privates Terrain völlig ausgeklammert. Einzige Ausnahme: der Eibsee bei Grainau.

Unterlegt mit zahlreichen Fotos und Luftbildern skizzierte Ehrhardt detailliert das vorgesehene Territorium, dessen Zugänge Tegelbergbahn und Alpe Wank bilden sollen. Von der Flussaue bis zur Dauereiszone seien verschiedenste, großteils unberührte Vegetationsbereiche vertreten. Doch auch Flora und Fauna seien absolut hochkarätig, unterstrich Ehrhardt. 'Man muss über Bayern hinaus weit suchen, um ein Gebiet dieser Güte zu finden.'

Die bei Nationalparks übliche Aufteilung in eine Kernzone (vom Menschen unberührt) und eine Pflegezone ermöglicht es laut Ehrhardt, dass das bisherige Weide- und Forstrecht fortbestehe. 'Auch die touristische Nutzung im erschlossenen Bereich ist voll möglich.

' Mehr noch: Ein Nationalpark sei für den Tourismus eine enorme Wertsteigerung, unterstrich Michael Käs (Vorsitzender des Bund Naturschutz in Füssen).

Die Bedenken eines Rechtler-Vertreters aus Halblech entkräftete Ehrhardt: Eine 500 Meter breite Pufferzone stelle sicher, dass der Borkenkäfer im Randbereich nicht übergreifen könne. Die Einbußen für die Forstwirtschaft bezifferte er auf 30 000 Festmeter pro Jahr.

Alfred Köpf erinnerte an die Widerstände, die der von ihm bereits 1968 angestoßene Nationalpark-Gedanke einst auslöste. Er bekräftigte zudem das Ansinnen, auch den Nachbarn Österreich einzubinden. Die SPD werde das Vorhaben nach Kräften unterstützen, versprach Unterbezirksvorsitzende Ilona Deckwerth. Und Abgeordneter Dr. Paul Wengert forderte: 'Man darf nicht nur die Bedenken, man muss auch die Chancen sehen!'

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