Bürgerspital
Nach Wegfall des Pflegebereichs in Füssen sind Wohnungen für Senioren geplant

Was wird aus dem Bürgerspital, das ab 2012 nicht mehr als Pflegeheim betrieben werden kann? Diese Frage stellt sich schon seit ein paar Jahren - doch eine endgültige Antwort hat die Stadtverwaltung noch immer nicht parat. Im Herbst, so Bürgermeister Paul Iacob im Gespräch mit unserer Zeitung, soll das Kommunalparlament über die Zukunft des Bürgerspitals entscheiden. Momentan deutet alles auf eine preiswerte Wohnnutzung für Senioren hin. Bereits am morgigen Donnerstag wird sich der Seniorenbeirat mit dem Thema beschäftigen.

Vor wenigen Jahren sorgte das altehrwürdige Bürgerspital - hier finden seit 1469 alte Füssener Unterkunft und Pflege - für Schlagzeilen. Denn die Einrichtung sollte 2007 wegen massiver Mängel beim Brandschutz geschlossen werden. Doch das verhinderten die Füssener mit einem beispiellosen Proteststurm. Der Stadtrat beschloss daraufhin, die Brandschutz-Auflagen für das Gebäude zu erfüllen. Dadurch gewann das Spital eine Gnadenfrist - das Landratsamt genehmigte den weiteren Betrieb als Pflegeheim bis zu diesem Jahr. Sobald das neue Seniorenheim St. Martin des Roten Kreuzes fertiggestellt ist, können die pflegebedürftigen Spitalbewohner dorthin ziehen. Dann muss die Stadt das Spital-Kapitel Pflegeheim beenden. << Ein Pflegebetrieb ist wirtschaftlich nicht machbar >>, so Bürgermeister Iacob.

Doch wie geht es weiter? Das jüngst vom Stadtrat abgesegnete Seniorenkonzept gibt einen Fingerzeig: Im Bürgerspital sollen ein Wohnangebot für finanziell schwächere Senioren und eine Art Mehrgenerationenhaus entstehen. Das deckt sich in etwa mit den Vorstellungen des Rathaus-Chefs. Für ihn steht fest, dass auch in Zukunft Senioren im Haus wohnen sollen - in Wohngemeinschaften oder kleinen Appartements.

Auch will der Bürgermeister den Garten im angrenzenden Lorch-Haus herrichten lassen, damit sich dort Spitalbewohner und Kinder des benachbarten Familiencafés treffen können. << Eine Gemeinschaft von Jung und Alt >> wünscht sich Iacob. Darüber hinaus denkbar seien ein Restaurant (das auch externen Senioren offenstehe), eine Veranstaltungsstätte und ein Seniorentreff. << Vielleicht kann die Volkshochschule hier auch Kurse anbieten >>, schwebt dem Bürgermeister vor.

Sofern Stadtrat und Stiftungsaufsicht dem bis Herbst vorliegenden Konzept zustimmen, könne der Umbau schnell beginnen: << Ich will mit der praktischen Umsetzung loslegen, sobald das Rote Kreuz ausgezogen ist >>, sagt Iacob. Das Projekt werde sich wohl über drei bis vier Jahre hinziehen - in dieser Zeit werde das Spital aber immer zumindest teilweise belegt sein. Alleine schultern könne die Stiftung den finanziellen Aufwand aber nur schwer, so Iacob. << Vielleicht findet sich ein Investor, der dann auch den Betrieb führen würde >>, meint er.

Morgen, Donnerstag, 19 Uhr, beschäftigt sich der Seniorbeirat mit dem Bürgerspital. Auf Basis des Seniorenkonzeptes soll erarbeitet werden, welche Punkte dem Beirat wichtig sind. Das Ergebnis geht an Verwaltung und Räte.

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