Hängepartie
Nach Insolvenz: Die Frage nach der Zukunft des Festspielhauses in Füssen ist immer noch offen

Dass etwas nicht stimmt, hatten manche der 48 Mitarbeiter des Füssener Festspielhauses im Gefühl, erzählt eine von ihnen. Trotzdem seien alle sehr überrascht gewesen, als sie 'von heute auf morgen' von der dritten Pleite erfuhren. <%IMG id='1605067' title='Musical Ludwig² Finale'%>

Jetzt hofft die Füssenerin, die auch die ersten beiden Insolvenzen miterlebt hat, dass es bei der angekündigten Pause bleibt und sie bald wieder ihren 450-Euro-Job ausüben kann. Ob das klappt, hängt von den Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter Dr. Marco Liebler und dem einzigen verbliebenen Kaufinteressenten ab.

Doch wie die Chancen stehen und was der mögliche Investor mit dem Veranstaltungshaus vor hat, ist offen. Liebler ist nicht zu einer Stellungnahme bereit.

In die Gespräche einbezogen wird ein Gläubigerausschuss, in dem Bernadette Hawkridge vom Festspielhaus-Café als Vertreterin der Mitarbeiter sowie Vertreter der Sparkasse Allgäu und der Agentur für Arbeit sitzen. Warum es noch nicht zu einer Einigung gekommen ist, kann Füssens Bürgermeister Paul Iacob nicht nachvollziehen.

Möglicherweise seien die Gebote zu gering. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werde aber wohl erst recht kein höherer Preis zu erzielen sein, vermutet er. Aus welcher Branche der mögliche Käufer stammt und was er am Forggenseeufer plant, weiß Iacob nicht.

Ziel der Stadt sei es aber, das Festspielhaus zu erhalten. Vorstellbar sei die Kombination mit einem Hotel, um eine bessere Auslastung zu erreichen. Dies könnte auf dem Gelände der aufgeschütteten Halbinsel errichtet werden, sagt Iacob. Der Stadtrat habe dies bereits vor einigen Jahren befürwortet.

Allgemein sei die dritte Insolvenz des Veranstaltungshauses schlecht für das Image der Stadt Füssen, sagt Iacob: "Ich bedauere es zutiefst, dass Veranstaltungen storniert werden mussten." Der Insolvenzverwalter hatte alle für September geplanten Auftritte und Feste abgesagt, die Mitarbeiter haben heute ihren letzten Arbeitstag. Für Veranstaltungen ab Oktober kann man auf der Internetseite des Festspielhauses noch Eintrittskarten kaufen.

Auch für Füssens Tourismuschef Stefan Fredlmeier ist diese "Hängepartie nicht gerade imagefördernd". Beim Austausch mit anderen Touristikern auf einer Messe in Düsseldorf am Wochenende war die Verwunderung über die Pleite groß.

Ohne alle Hintergründe der Insolvenz zu kennen, sei das alles schwer nachzuvollziehen, sagt der Tourismuschef. Das schlimmste Szenario für Iacob und Fredlmeier wäre die Zwangsversteigerung. "Das Objekt wäre dann möglicherweise nicht mehr so attraktiv", sagt Fredlmeier. "Dann könnte es ja jeder kriegen", befürchtet Iacob.

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