Kultur
Museum der Stadt Füssen zeigt in einer kleinen Ausstellung Füssener Uhren und Uhrmacher

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Ohne Uhren können wir uns unseren Alltag nicht mehr vorstellen. Sie takten unser Leben, geben uns Struktur und rufen immer wieder zur Eile. Dabei prägt die Zeitmessung schon lange unsere Kultur. Im Museum der Stadt Füssen kann man in einem Raum die Füssener Uhren und ihre Uhrenmacher näher kennenlernen.

Nur acht Jahre nach der Gründung der Lautenmacher- und Geigenbauzunft Europas wurde in Füssen 1574 die Uhrmacherzunft etabliert. Uhrmacher aus der freien Reichsstadt Füssen belieferten Klerus und Adel in ganz Europa. 'Der normale Bürger konnte sich das nicht leisten.

Der Uhrmacher war vom Stand jedoch nicht so angesehen wie die Geigenbauer. Er hat von seinem Handwerk kaum leben können und hatte meist noch Nebenberufe wie der Uhrmacher Johann Maurer, der das Augsburger Tor gehütet und Pflastergeld – also Zoll – eingetrieben hat', erzählen die Uhrmacher und Juweliere Dieter Prinz und sein Sohn Ralph Prinz, die die Ausstellung im Füssener Museum mit initiiert haben.

Im Papstzimmer neben dem Kaisersaal können Besucher unter anderem ein Prachtstück des Rokoko bewundern. Die Bodenstanduhr stammt ursprünglich aus der Sakristei der Wieskirche und wurde von Joseph Niggl aus Lechbruck gebaut. Nach Niggl dominierte in Füssen die Familie Maurer die Uhrenzunft.

Das Britische Museum in London hortet die berühmte Totenkopfuhr des Meisters Johann Maurer von 1750, doch in der Ausstellung vermitteln Bilder und Beschreibung einen Eindruck vom Können des Meisters.

Totenkopfuhren oder Totenschädeluhren haben ihren Namen von der Gestalt ihres Gehäuses erhalten, das einem Totenkopf nachgebildet ist. Sie kamen im 16. Jahrhundert auf und wurden zu der Zeit besonders von Ordensgeistlichen mit Vorliebe genutzt.

Die ältesten Zeitmessgeräte in Füssen waren Sonnen- und Kerzenuhren, die im Benediktinerkloster Sankt Mang genutzt wurden. Sie strukturierten den Tag der Mönche nach den sieben Gebetszeiten. Die erste mechanisch betriebene Uhr der Stadt wurde 1463 am Kirchturm von Sankt Mang angebracht.

Im späten Mittelalter war eine öffentliche Uhr gerade für Kaufleute sehr wichtig, um ihren geschäftlichen Verabredungen gerecht zu werden. Sie musste deshalb gut sicht- und gut hörbar sein. Der Großuhrmacher Johann Thomas Barensteiner baute um 1725 für das Kloster eine technisch faszinierende Konventuhr.

Die ersten Füssener Uhrmacher verbindet man heute mit dem Namen Kiening. Während der Barockzeit waren es die Familiennamen Fendt, Haim, Eberle und Maurer. Obwohl sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die industrielle Fertigung der Uhren immer mehr durchsetzte, entwickelte sich aus diesem Handwerk die Fertigung von Präzisionsmessgeräten.

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