Wittelsbacher
«Museum der Bayerischen Könige» in Schwangau feierlich eröffnet

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Nach fast vierjähriger Planungs- und Bauphase ist gestern das «Museum der Bayerischen Könige» des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) im ehemaligen Grandhotel «Alpenrose» mit einem Festakt eröffnet worden. «Dieses Museum hat den Charakter einer ständigen Landesausstellung», freute sich Schwangaus Bürgermeister Reinhold Sontheimer am Rande der Eröffnungsfeier, an der auch viele Vertreter des Hauses Wittelsbach und Politprominenz teilnahmen. WAF-Generaldirektor Peter Scherkamp hofft, dass das Millionen-Projekt auch neue Impulse für das derzeit ruhende Entwicklungskonzept für Hohenschwangau geben kann. Allgäu-Rundschau

Wissensdefizite beheben

Wie mehrfach berichtet, dokumentiert das Museum mit kostbaren Exponaten (unter anderem der Mantel, den Ludwig II. als Großmeister des St. Georgs-Ritterordens getragen hat) und einer modernen Technik auf zwei Etagen die Geschichte der Wittelsbacher von den Anfängen bis zur Gegenwart. Im Zentrum stehen dabei die Biografien der Könige Maximilian II. und seines Sohnes Ludwig II. - schließlich prägten beide den Ortsteil durch den Bau ihrer Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein, die Jahr für Jahr Millionen Besucher anziehen. Eben diese Besucher hatte der WAF vor Jahren befragen lassen.

Dabei zeigten sich laut Generaldirektor Scherkamp Informationsdefizite: So wussten viele der Befragten nicht, wie die Schlösser miteinander zusammenhängen - oder es haperte mit Kenntnissen über das Haus Wittelsbach. Diese Wissensdefizite will man beheben: Die Idee eines Museums war geboren - eingebettet in ein Entwicklungskonzept zur Aufwertung des Ortsteils, das den Schwerpunkt in der Neuregelung der Parkplätze hat.

Visitenkarte für Bayern

Nun ist das auch dank seiner gelungenen Architektur beeindruckende Museum in der << Alpenrose >> errichtet worden - doch das Entwicklungskonzept liegt auf Eis. Und da muss es runter, so Scherkamp: Hohenschwangau müsse eine << attraktive Visitenkarte für Bayern, für ganz Deutschland >> sein. Allerdings weiß auch der WAF-Generaldirektor: Bis das Entwicklungskonzept angepackt wird, << braucht man einen langen Atem >>.

Diese Aussage kann Bürgermeister Sontheimer nur unterstreichen. Das Konzept sei deshalb << schubladisiert >>, da es momentan nicht zu finanzieren sei.

Ungeachtet der Frage, wann dieses Konzept jemals angepackt werden kann, herrschte bei den Touristikern gestern eitel Sonnenschein ob der neuen Attraktion: Schwangaus Tourismus-Chefin Petra Köpf strahlte, als ob Weihnachten und Ostern an einem Tag zusammengefallen wären.

Auch ihre Kollegen freuten sich: Das Museum werde helfen, << die Geschichte des Königlichen Allgäus noch viel besser zu erzählen und zu zeigen als bisher >>, meinte Stefan Fredlmeier aus Füssen. Er ist sich sicher, << dass unsere Tagesbesucher und Übernachtungsgäste das neue Angebot sehr schätzen und nutzen werden >>.

So sieht es auch Irmengard Burkart (Halblech): << Für unsere Gäste ist das sicher ein verlockendes Angebot. >> Die angepeilte Besucherzahl von 200000 pro Jahr dürfte angesichts solcher Prognosen für das << Museum der Bayerischen Könige >> wohl erreichbar sein.

<< Nicht billig zu haben >>

Gut gelaunt waren gestern nicht nur die Touristiker, sondern auch etliche Unternehmer aus der Region: Denn viele heimische Firmen wurden bei der Vergabe berücksichtigt. Die hatten in den vergangenen Tagen reichlich zu tun: Denn fast bis unmittelbar vor Eröffnung war noch die eine oder andere Arbeit zu erledigen.

Wie viel der WAF letztlich in das Museum investiert hat, ließ Generaldirektor Scherkamp gestern offen: Um- und Neubau sowie Restaurierung - das alles sei << nicht billig zu haben >>. Dem Vernehmen nach soll sich die Investitionssumme auf über zehn Millionen Euro belaufen.

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