Museum
Modigliani-Schau in Füssen geplant

Wer sich einen echten Modigliani an die Wand hängen will, der braucht viel Geld: Vor kurzem zahlte ein Bieter für das Gemälde «Nu assis sur un divan» aus dem Jahr 1917 knapp 69 Millionen Dollar bei einer Versteigerung in New York. Geld braucht auch die Stadt Füssen, die Skizzen, Skulpturen und eine hochwertige Fotodokumentation eines der meist bewunderten Künstler des 20. Jahrhunderts in ihrem Museum zeigen will: Für die Ausstellung müssten Gesamtkosten im sechsstelligen Bereich gestemmt werden. Skeptiker befürchten schon jetzt ein hohes Defizit. Bürgermeister Paul Iacob aber versichert: «Von Seiten der Verwaltung prüfen wir alles sehr genau.»

Mit viel Aufwand sind die Museumsräume im Vorfeld der Landesausstellung renoviert und erweitert worden. Ein echtes Schmuckstück, wie Besucher meinen. Dieses Potenzial will der Bürgermeister nutzen: «Mein Ziel ist es, alle zwei Jahre eine große Ausstellung nach Füssen zu holen.» Ein hochwertiges Kulturleben in Füssen gehöre mit zur Qualitätsoffensive im Tourismus - «damit kann man Geld verdienen».

Bei einem Besuch im Sommer in Palestrina kam man auf die Idee, eine Modigliani-Schau zu zeigen. Denn in der italienischen Partnerstadt führte die Füssener Delegation ein Gespräch mit Dr. Gianni Ferazza: Mit dem Kurator der Modigliani-Ausstellung sondierte man die Möglichkeit, die Kunstwerke am Lech zu präsentieren. Inzwischen sind die Verhandlungen fortgeschritten: «Es wäre möglich, die Ausstellung ab Mai nächsten Jahres für sechs Monate in Füssen zu zeigen», sagt Iacob.

Grundsätzlich habe der Stadtrat hinter verschlossenen Türen grünes Licht für das Projekt gegeben, müsse aber noch der Finanzierung zustimmen. Ein Vertrag sei bereits ausgearbeitet, der «mit der ersten Abschlagszahlung in Kraft tritt», sagt Iacob: «Zahlen wir nicht, kommt auch die Ausstellung nicht.» Man werde sicher Sponsoren benötigen - «ohne die ist das nicht zu realisieren».

Denn die Ausstellung ist nicht für ein Butterbrot zu haben: Einen sechsstelligen Betrag müsse man für die Schau, die Kosten für die Installation, Personal und Marketing lockermachen, erklärt der Rathaus-Chef. Die genaue Höhe der Summe müsse noch ermittelt werden. Genauso wie ein solides Finanzierungskonzept. Zwar setzt Iacob darauf, dass um die 50000 Besucher nach Füssen kommen werden, um sich diese Kunstwerke anzuschauen.

Einnahmen müssen stimmen

Das aber zweifeln Skeptiker an, die bereits über das bislang nur innerhalb des Rathauses besprochene Projekt eifrig debattieren. Sie befürchten, dass die Qualität der Ausstellung nicht so hoch ist. Dann aber könne die Stadt die angestrebten Besucherzahlen nicht erreichen - und würde rote Zahlen schreiben. Doch der Bürgermeister betont: Man werde die Finanzierung sehr genau durchrechnen. Nur wenn zu erwarten sei, dass die Einnahmen auch die Ausgaben decken, werden die Modigliani-Werke in Füssen gezeigt.

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