Breitband
Mobiles Datennetz im Allgäu soll ausgebaut werden

Der Siegeszug der Smartphones, die mobiles Telefonieren und Internetnutzung miteinander verbinden, zieht nun eine neue Ausbauwelle beim Mobilfunk nach sich. Vertreter der Netzbetreiber informierten gestern die Ostallgäuer Bürgermeister im Landratsamt über ihre Pläne für den Ausbau des mobilen Datennetzes im LTE-Standard G4.

Einig waren sich die Mobilfunkbetreiber, dass Datennutzung über Funknetze immer wichtiger wird. Deutlich wurde aber: Durch die neue Technologie steigen auch die Emissionen, die von den Sendemasten ausgehen. Anliegen von Telekom, Vodafone und E-plus ist es, bis Ende 2012 flächendeckend im Ostallgäu die neue Technologie anzubieten. E-Plus setzt stärker auf einen Ausbau der UMTS-Technik.

'Exorbitante Steigerung'

Frank-Peter Käßler von der Deutschen Telekom berichtete, dass über die Mobilfunknetze momentan bereits je zur Hälfte Sprach- und Datenaustausch stattfindet. Durch Smartphones sei eine 'exorbitante' Steigerung des Datenanteils im Gange. Dem wolle man mit der neuen LTE-Technologie gerecht werden. Diese stellt ein drahtloses Datennetz dar und ermöglicht mit dem Computer eine Übertragung so schnell wie im Glasfaserkabel.

Anwender seien genauso Jugendliche, die sich ein Video herunterladen, wie Gewerbetreibende, die die Technik geschäftlich nutzen. Anliegen sei, zunächst schwach versorgte Regionen abzudecken.

Auflagen in Grenznähe

Käßler wie auch sein Kollege Christian Schilling von 'Vodafone' sagten, dass vor allem bestehende Mobilfunksendeanlagen für den Ausbau genutzt werden sollten. Die Telekom will kommendes Jahr 19 Standorte entsprechend ausbauen, bei Vodafone stehen ähnlich viele Vorhaben an. Beispielsweise bei Füssen gibt es seit einigen Tagen einen Vodafone-Standort, der die besonderen Auflagen der Grenznähe erfüllt. Schilling sagte, mit dem Glasfaserausbau für schnelles Internet laufe man dem Trend hinterher. Denn der Kunde wolle mobiles Internet, das unterwegs so schnell funktioniere wie zu Hause.

Dies sieht Thomas Lichtenberger von Telefonica Germany (O2) anders. Seine Firma verfügt im Ostallgäu über 37 Mobilfunksendeanlagen. Das Unternehmen setzt auf eine integrierte Versorgung der Kunden mit Fest- und Mobilnetz. Der Kundenwunsch sei es, daheim vom Festnetz aus im Internet zu surfen, unterwegs sei man hingegen zu geringfügigen Abstrichen bereit.

Als reiner Mobilfunkbetreiber bietet E-Plus laut Hilmar Möhlmann keine Festnetzprodukte an. Sein Unternehmen hat aber auch keine 800 Megahertz-Frequenz für den ländlichen Raum ersteigert. Daher setzt man im Ostallgäu auf den neuesten UMTS-Standard, der beispielsweise mit einer Sendeanlage in Buchloe bereits umgesetzt wurde. Auch in Pfronten, Füssen und Nesselwang stehen bald Modernisierungen der Sendeanlagen an.

736 Orte zu versorgen

'Man erwartet schon jetzt an fast allen Punkten eine volle Datenübertragung', sagte Landrat Johann Fleschhut. Bei 736 Dörfern, Weilern und Einzelhöfen im Ostallgäu funktioniere dies ohne Mobilfunktechnik nicht. Bürgermeisterin Brigitte Schröder (Günzach) interessierte vor allem, was einige Kilometer vom Sender entfernt ankommt.

Ein Betreiber sagte, sieben Kilometer entfernt seien statt 50 Mbit/s noch 7 bis 8 verfügbar. In dünn besiedelten Gebieten sei dies oft mehr als im Festnetz. Die Betreiber sagten zu, Standorte mit den Kommunen auszuhandeln und Masten möglichst gemeinsam zu nutzen – eventuell mit dem Behördenfunk.

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