Konzert
Männerchor Neustift und Cantovivo präsentieren in Rieden am Forggensee ihr fein abgestimmtes Mai-Programm

Zwei bestens geschulte Chöre, Cantovivo aus Halblech und der Männerchor Neustift, haben dem Publikum im bis auf den letzten Platz gefüllten Haus am Kalkofen reinen Genuss mit ihrem fein aufeinander abgestimmten Programm zum Wonnemonat Mai geboten.

Gastgeber Cantovivo brachte nach dem frischen Begegnungs-Jodler (Maierhofer) Liedsätze großer Komponisten, ob neckisch oder temperamentvoll, immer exakt akzentuiert und durch Walter Dolaks Klavierbegleitung von noch intensiverer Wirkung. Viel Neues und Anspruchsvolles hatte Chorleiterin Gisela Reichherzer einstudiert. Dvoraks mährische Klänge – kleine Meisterwerke von Eifersucht, Trennung und Versöhnung beim Brauttanz – zeigten die ständige Weiterentwicklung des Chors. Ob nun die Frauenstimmen dominierten oder die Männer bei Haydns Lob 'herrlicher' Weisheit, sie waren souverän auch in der spielerischen Gestaltung bis zu Johann Strauß’ rasanter Donner- und Blitz-Polka.

Der breitere Raum an diesem Abend gehörte den Südtiroler Gästen aus Neustift bei Brixen. Nach 45 Jahren war es dank persönlicher Beziehungen gelungen, den renommierten Männerchor ins Allgäu zu locken – und er beeindruckte gewaltig. Feinsinnige Liebeslieder von Leos Janácek und Helmut Löffler gingen unter die Haut, Lortzings Scherzlied von der verlorenen Rippe war auch darstellerisch eine Schau. Dass Lieder der Bergheimat so sehr bewegen können, das ist der Kunst der Sänger mit ihrem Chorleiter Professor Rudi Chizzali zu verdanken. Zu Volksweisen vom stillen Land, vom Bleamela tiaf unterm Schnee kam eine moderne Vertonung von Eichendorffs Nachtgesang von Michael Chizzali, dem Sohn des Dirigenten.

Beim Südtiroler Weinlied, in dem – zufällig passend zu Rieden – Sankt Urbanus gegrüßt wird, ging’s rund auf der Bühne. Unter dem eleganten schwarzen Anzug kam der blaue Schurz hervor und den auch noch im Takt zu binden, war ein extra Bravo wert. In Spielszenen und Versen standen sich der Wassertrinker und der Weingenießer recht kritisch gegenüber. Freilich gewann in den liebenswerten Tiroler Liedern der Wein, um den schon 'der alte Noah in seiner Arche' flehte. Diese Eisacktaler 'Weinprobe' wird in ein paar Wochen noch mal serviert, allerdings in den dortigen Kellereien.

'Trinken macht weise' – mit dem klassischen Trinklied von Louis Spohr verabschiedeten sich die Gäste und zum großen Gemeinschaftschor mit dem Abendlied wurden noch Geschenke nach Art von Gambrinus und Urbanus ausgetauscht.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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