Bürgervorschläge
Lechbruck: Busverbindung verbessern, Gefahrenstellen entschärfen

'Seniorenspaziergang' heißt die Serie der Allgäuer Zeitung, bei der die Redaktion ältere Menschen bei einem Rundgang durch ihre Heimatgemeinde begleitet. Und sie stellt dabei viele Fragen: Was gefällt den Senioren an ihrem Ort besonders, was fehlt ihnen, was sollte sich dringend ändern? Dieses Mal im Fokus: Lechbruck

'Noch kann ich mit dem Auto fahren und bin unabhängig', freut sich der Lechbrucker Hans Geiger. Doch was, wenn es nicht mehr möglich ist und der 82-Jährige auf den Bus umsteigen muss? Dann könnte es happig werden, ist Stammtisch-Kollege Michael Hann überzeugt. 'Denn die Verbindung nach Schongau oder Marktoberdorf ist zu schlecht', hat der 73-Jährige festgestellt. Ein Problem, das die Senioren in Lechbruck umtreibt.

Freilich: 'In Füssen finde ich die nötigsten Dinge.' Und in die Lechstadt sei der öffentliche Nahverkehr wesentlich besser. Doch was, wenn er zum Beispiel ins Landratsamt müsse? 'Nach Marktoberdorf fährt nur drei bis viermal am Tag ein Bus.'

Bürgermeister Helmut Angl ist dieses Problem bekannt, wie er auf AZ-Nachfrage erklärt: 'Die Verbindung Richtung Wieskirche zum Beispiel ist eine Katastrophe.' Er stehe bereits in Kontakt mit dem Unternehmen RVA – 'aber im Moment tut sich nichts', so der Rathaus-Chef.

Doch auch an anderer Stelle drückt die Senioren der Schuh: Es geht um die Kreuzung am Gasthaus Metzgerwirt. 'Der Verkehr kommt von drei Seiten', erklärt Thea Kienberger (74). Die Stelle sei sehr unübersichtlich und gerade für ältere Menschen, die die Fahrbahn überqueren wollen, gefährlich. Hans Geiger rät: 'Es müsste ein Fachmann her und eine Lösung finden – zum Beispiel ein Zebrastreifen.'

Den wird es zwar nicht geben – dafür aber eine andere Lösung, erklärt Angl auf Nachfrage: 'Der Gemeinderat hat zwei Querungshilfen genehmigt.' Eine entsteht am Rathaus, die andere an der alten Post in der Nähe des Kirchwegs und 'Am Falchen'. Weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel eine Ampel in der Nähe der Sparkasse seien nicht möglich, so Angl: 'Dafür muss laut Staatlichem Bauamt eine Mindestzahl an Autos diesen Bereich passieren. Diese Grenze haben wir derzeit noch nicht erreicht.'

Den Bordstein absenken

Was die Ecke am Gasthaus Metzgerwirt angeht, beschäftigt Mathias Socher (71) ein weiteres Problem: 'Der Bordstein dort müsste abgesenkt werden.' Das käme gerade Senioren mit Rollatoren oder Rollstühlen entgegen. Doch es mache nur Sinn, diese Maßnahme zusammen mit dem geplanten Ausbau des Gehwegs entlang des Metzgerwirts umzusetzen, sagt Angl. Letzteres sei aber momentan noch ein heißes Eisen: 'Einige Anlieger wollen nicht mitmachen.'

Trotz dieser Baustellen fühlen sich die Senioren in Lechbruck pudelwohl: 'Ich bin sehr froh, dass ich in Lechbruck lebe', betont Hans Geiger. Besonders schätzt er den regelmäßigen Stammtisch, der vor 20 Jahren ins Leben gerufen wurde.

Selbst in umliegenden Gemeinden habe die Runde einen hohen Stellenwert: 'Manchmal sitzen auch Leute aus Roßhaupten oder Prem bei uns', erzählt Geiger. Stolz sind die Senioren aber auch auf ihren Arbeitskreis Füreinander Miteinander: Ehrenamtliche würden zum Beispiel kleinere handwerkliche Arbeiten erledigen oder Krankenbesuche übernehmen.

Josef Schuster (65) lobt besonders die 'gute Infrastruktur' unter anderem mit drei Supermärkten. Herbert Fichtl (72) wünscht sich zwar einen Tante-Emma-Laden im Ort, denn 'dort kann man doch viel gemütlicher einkaufen als in den großen Discountern'. Bürgermeister Angl hält jedoch dagegen: 'Solch ein kleiner Laden könnte preislich nicht mit den Supermärkten mithalten.'

Keine Chance für Fachärzte

Mathias Socher würde sich vielmehr einen Augenarzt im Ort wünschen. Angl erklärt auf Nachfrage, er bemühe sich bereits seit längerem darum, Fachärzte in Lechbruck anzusiedeln. Doch ein Beratungsunternehmen habe analysiert, dass die Realisierungschancen gleich null seien, so Angl. Einer der Gründe: 'Haut- oder Augenärzte bräuchten ein wesentlich größeres Einzugsgebiet.'

Wenig Gedanken machen sich die Senioren bislang über das Thema Betreutes Wohnen. 'Die meisten Lechbrucker haben eine Familie, die sich um sie kümmert', ist Thea Kienberger überzeugt. Rathaus-Chef Angl hält das Thema jedoch für zentral: 'Wir müssen uns zwingend Gedanken machen.

' Denn solch eine Einrichtung fehle bislang im Ort. Er führe bereits Gespräche, nähere Angaben könne er aber noch nicht machen: 'Es ist noch nichts spruchreif.'

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