Natur
Landwirte ärgern sich über Schäden durch die Biber

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Durchnässte oder gar überschwemmte Wiesen, gefällte Bäume: Mit der wachsenden Zahl an Bibern im Ostallgäu steigt auch die Zahl der Beschwerden von Landwirten. Auch in der Gemeinde Lechbruck hat der Biber einige Schäden angerichtet - dort sind aber keine Landwirte davon betroffen. Denn die Grundstücke, in denen sich das Nagetier offenbar recht wohlfühlt, liegen direkt am Oberen Lechsee und sind alle in Gemeindebesitz, sagt Bürgermeister Helmut Angl. Noch vor wenigen Jahren war vom Biber in Lechbruck noch keine Spur, doch «jetzt fallen bei uns reihenweise die Bäume», so der Rathauschef. 550 Tiere im Ostallgäu

Etwa 550 dieser Nager tummeln sich nach Schätzungen des Landratsamtes in 80 Revieren im Ostallgäu - dreimal so viele als noch vor acht Jahren. Vom Norden kommend ist der Biber jetzt auch im Süden am Bannwaldsee angekommen. Dass die Tiere jedoch - wie kürzlich im Landtag behauptet - «überhand nehmen», das will der ehrenamtliche Biberberater Helmar Schreiter (Obergünzburg) so nicht bestätigen. Die Tiere lebten schließlich in einem Reviersystem, da gebe es ja nicht unbegrenzt Platz. Dass er aber Probleme mit sich bringe, sei unbestritten. Beispiel Elbsee: Durch den Bau eines Dammes setzte der Biber dort nicht nur eine Wiese unter Wasser, sondern auch die Ökokläranlage außer Betrieb. Die Fachleute sorgten für Abhilfe, indem sie in die Biberdämme Drainagen einbauten. Problem gelöst.

Das klappt aber nicht immer, wie Markus Fichtl meint. Bis vor gut zwei Jahren konnte der Landwirt bei der Bewirtschaftung seines Landes noch ganz an den Schmelzbach heranfahren. Seit sich an diesem Seitenarm der Wertach aber der Biber angesiedelt hat, ist die Wiese oft überschwemmt. Noch mehr schmerzt Fichtl, dass der Nager nach und nach die Gehölze frisst, die aus Naturschutzgründen vor 30 Jahren am Bachufer angepflanzt wurden. Der Landwirt fühlt sich machtlos. Denn so richtig Abhilfe ist nicht in Sicht, auch nachdem sich das Bibermanagement (Holger Voß) vom Landratsamt der Sache angenommen hat. Der Biber steht unter Artenschutz und muss laut Voß dort bleiben. So wollten es die Bestimmungen. Der Konflikt, so Ulrike Wörz als Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, tauche an vielen Stellen im Landkreis auf.

«Wir haben Verständnis für die Landwirtschaft, müssen uns aber an die Rechtslage halten.»

«Wir wollen den Biber nicht prinzipiell weghaben, aber es muss bald eine Bestandsregelung geben», meint Thomas Kölbl, Geschäftsführer des Bauernverbands Ostallgäu. Es gebe schließlich auch Konflikte innerhalb des Naturschutzes, wenn zum Beispiel seltene Pflanzen und Insekten Überschwemmungen zum Opfer fallen. Er verweist auf ein Schreiben des Umweltministeriums vom April 2010, in dem unter anderem steht: «In dauerhaft schadensgeneigten Bereichen hat daher in aller Regel eine gezielte Bestandsregulierung Vorrang.»

Drahtgeflechte an Bäumen

Daran denkt man in Lechbruck noch nicht. Die Gemeinde überlegt, auf schützende Maßnahmen wie Drahtgeflechte an den Bäumen zu setzen, um weitere Schäden zu vermeiden.

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