Prozess
Landgericht Kempten verurteilt Nigerianer zu 13 Jahren Haft: Er wollte seine Ex-Freundin umbringen

13 Jahre muss der 31-jährige Nigerianer ins Gefängnis. Der Asylbewerber aus dem Oberallgäu hat im März seine 55-jährige Ex-Freundin gewürgt und mit einem Messer auf ihren Hals eingestochen. 'Es ist nur einem Zufall geschuldet, dass sie noch lebt', sagte der Richter. Das Landgericht Kempten verurteilte den Mann wegen versuchten Mordes mit gefährlicher Körperverletzung.

Ende März 2015: Drei Monate zuvor hat die Füssenerin mit ihrem Freund Schluss gemacht. 14 Monate waren die beiden zusammen. Er hatte zuletzt mit in ihrer Wohnung gewohnt. Nun lauert er ihr auf, gegen halb 6 Uhr in der Früh, als sie mit den Hunden spazierengeht.

'Er hat gesagt, wenn er mich mit einem anderen Mann sieht, bringt er den um', sagt das Opfer aus. Er macht ihr Vorwürfe, weshalb sie ihn bei Nachrichtendiensten wie Whatsapp blockiere. Er hält sie fest. Sie droht zu schreien. Da lässt er von ihr ab, folgt ihr aber bis nach Hause.

Er beißt der Frau in die Nase

Die Frau macht sich für die Arbeit fertig, geht um kurz nach halb 8 Uhr wieder aus dem Haus. Da steht er neben ihrer Autotür im Carport. Sie will ins Auto und die Tür schnell verriegeln. Doch dazu kommt sie nicht mehr. Er reißt die Tür wieder auf, kniet sich auf sie drauf, würgt sie. Die Frau wehrt sich heftig. Er beißt sie in die Nase und zieht schließlich ein Messer aus seiner Jacke. Mindestens fünf Mal sticht er auf den Hals der Frau ein, stellt der Richter später fest. Ein Nachbar hört ihre Hilferufe. Als er den 'Kampf' in dem Auto bemerkt, schreit er den Täter an. Der flieht sofort.

Die Frau muss nach Luft schnappen, als sie die Geschichte erzählt. Sie schluchzt. 'Er hat mir schon vor Längerem gedroht, wenn ich ihn verlasse, bringt er mich um', sagt die 55-Jährige. 'Ich habe während der ganzen Beziehung gehofft, dass er abgeschoben wird.' Nach der Tat war sie einen Monat im Krankenhaus. Ein Riss an einer Arterie führte zu einem Schlaganfall. Noch heute ist eine Seite des Gesichts teils gelähmt.

Sie ist in psychologischer Behandlung, hat eine Depression und Flashbacks, bestätigt ihre Ärztin. Arbeiten kann sie derzeit nicht mehr, eventuell steht eine Frühverrentung an. Er habe ihr Geld geliehen, 150 Euro, sagt der Nigerianer. Die hätte er wieder gewollt. Nie habe er die Frau töten wollen. Der Richter weist diese Aussagen als Schutzbehauptungen zurück.

Es sei keine Spontan-Tat gewesen, sondern spätestens geplant, als er neben ihrem Auto gestanden hatte. Das Ziel des Nigerianers sei gewesen, über eine Heirat eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland zu erhalten. Sein Opfer hatte lange Todesängste. Er habe heimtückisch gehandelt und aus niedrigen Beweggründen - deshalb sei seine Tat auch als versuchter Mord einzustufen.

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