Komödie
Landestheater Schwaben erfreut Besucher in Pfronten mit Woody-Allen-Stück

250 Kulturfreunde haben im Pfarrheim St. Nikolaus die Theatergemeinde für das Woody-Allen-Stück 'Spiel’s nochmal Sam' gebildet. Die Schauspieler des Landestheater Schwaben erhielten für die ebenso skurrile wie anrührende Komödie viel Beifall. 'Die Mischung aus spezifisch jüdischer Scharfzüngigkeit und amerikanischem Slapstick, melancholischem Psychogramm und purem Klamauk ist manchmal etwas unausgewogen, den Unterhaltungswert mindert das nicht.' Diese Feststellung des internationalen Filmlexikons gilt – der Reaktion der Zuschauer nach zu schließen – wohl auch für die erlebte witzige und intelligente Theaterkomödie.

Dino Nolting alias Allan Felix, Katharina Puchner als Nancy, Fridtjof Stolzenwald als Bogey, André Stuchlik als Dick Christie, Anke Fonferek als Linda Christie und Michaela Fent als Sharon Lake, Gina und Vanessa setzten die Handlung überzeugend in Szene. Der erste Beifall kam nach 20 Minuten, der Schlussapplaus, vor allem für Dino Nolting, war stark.

Theater, zumal ein Landestheater, besitzt einen Bildungsauftrag. Regelmäßiger Theaterbesuch kann dazu beitragen, kritischer und selbstkritischer zu werden, die Dinge zu hinterfragen, sich selbst nicht mehr für furchtbar wichtig zu nehmen und über sich selbst lachen zu können.

Die Aussagen in dem Woody-Allen-Stück konnten eine Hilfe dafür bilden. Alles drehte sich um die Liebe mit ihren Hochgefühlen und das tiefe Loch, in das der Liebende fallen kann. Man kann jemanden schon lange kennen und lernt ihn doch plötzlich ganz neu kennen, war eine der Erkenntnisse. Eine andere: 'Die Ehe ist ein hartes Geschäft, aber Alleinsein kann noch härter sein.'

Das Stück hält dem Publikum auch den Spiegel vor: Wie oft sind wir einsam, unglücklich und verzweifelt, und weil es keiner merken soll, überspielen wir es mit lärmendem Klamauk?

In der Komödie wurde auch viel gelacht über die kleinen Verrücktheiten im Leben, nach dem Motto 'Sind wir nicht alle ein bisschen bluna?' Oder die Szene, wo sich Friedensfahne und Pistole gegenüberstehen.

Was Woody Allen und den von ihm verehrten Humphrey Bogart verbindet, ist wohl die Tatsache, dass für sie beide 'die Frau und die Liebe einer Frau ein kompliziertes Phänomen' waren und sind. Am Ende stand ein nicht bereuter Seitensprung als Konsequenz einer zarten Liebe.

Am Schluss der Vorstellung lobte Theater-Gemeinde-Vorsitzender Gebhard Dasser die Aufführung als 'tolles, anrührendes Stück' und gab den Künstlern Pfrontener Tee und St. Nikolausbier mit auf den Heimweg nach Memmingen.

Das Lustspiel 'Die Eule und das Kätzchen' von Wilton Manhoff setzt in einer Inszenierung des Landestheaters Dinkelsbühl am Mittwoch, 8. Februar, ab 20 Uhr das Programm der Theater-Gemeinde Pfronten/Nesselwang fort.

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