Tier-Wellness
Kuhfitting auf dem Ferienhof Guggemos in Rückholz: Kuh-Friseur Tobi in seinem Element

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Tobias Guggemos (19), Landwirt aus Leidenschaft, hat eines der kuhlsten Hobbys im Allgäu für sich entdeckt: Er ist Kuhfitter - quasi der Friseur der Kühe. Wenn man auf dem Ferienhof Guggemos ankommt, wird man gleich mit einem lauten Muuh! begrüßt. Typisch allgäuerisch-ländliche Stallduft inklusive. Hier, außerhalb von Rückholz, zwischen Wald und Wiesen ist Tobis Arbeitsplatz.

Tobi betritt den Stall: Die Kühe heben neugierig ihre Köpfe und wollen ihn beschnuppern. Konzentriert läuft er zwischen den Kühen hin und her, um eine Kuh fürs Fitting auszusuchen: Seine Wahl fällt auf eine zehn Jahre alte Kuh, die das Wellnessprogramm schon öfter mitgemacht hat: "Palace". Seine Begeisterung für den Hof und die Tiere, insbesondere die Kühe, ist direkt greifbar, als er Palace zu kraulen beginnt: Sichtlich entspannt lässt sie anschließend das Prozedere über sich ergehen. Währenddessen käut sie wieder: Tobi weiß eben genau, wann sich seine Kühe wohlfühlen.

Tobis Routine beim Styling

Im "Schönheitssalon der Kühe" dürfen natürlich auch die Hilfsmittel nicht fehlen: Wie ein gewöhnlicher Friseur braucht auch Tobi einen Föhn, einen Kamm, ein Puder und ein Haarspray - extra für Kühe, versteht sich. Damit kreiert er dann einen den Rücken entlangverlaufenden Irokesenschnitt. Hierbei wirkt er schon fast perfektionistisch: Mit einer kleinen Schere und akuratem Augenmaß gleicht er die nach oben gestylten Haare einer Länge an.

Der ein oder andere Schönheitsfehler am Rückgrat wird auf diese Art ausgebessert. Das Wichtigste ist eben die sogenannte "Top Line", also eine gerade Rückenlinie. Tobi achtet deshalb besonders darauf. Durch das Styling kaschiert er einen durchhängenden Rücken: "Das zeigt sonst einfach eine Schwäche der Kuh. Das bedeutet, sie ist nicht langlebig."

Ganze zwei Stunden dauert es, also länger als eine Dauerwelle, bis Palace zu einer richtigen Beauty-Queen unter Kühen geworden ist. Stolz betrachtet der 19-Jährige sein vollendetes Kunstwerk. Er erzählt mit leuchtenden Augen: "Allgemein die Leidenschaft zur braunen Kuh, da sind wir voll drin, die ganze Familie." Palace selbst interessiert sich allerdings weniger für ihr frisch gestyltes Äußeres, sondern verrichtet lieber ihre Notdurft.

Für Tobi Guggemos steckt hinter dem Kuhfitting aber kein reiner Zeitvertreib. "Wir holen das Beste aus der Kuh raus", sagt er. Durch das Styling kommen ihre Vorzüge besser zur Geltung und der Landwirt hat bessere Chancen, die Kuh zu verkaufen.

Natürlich macht es ihm auch sichtlich Spaß, die Kuh zu scheren und zu frisieren. Zum Schluss kommen noch eine extra Portion Glanzspray und schwarze Farbe für die Klauen zum Einsatz.

Zum Hobby gehört auch viel Geduld

So gut werden wie die Profis, das ist Tobis Ziel. "Du musst üben, üben, üben, dass es besser wird. Du kannst es nicht gleich beim ersten Mal. Da sieht es eher furchtbar aus, aber das wird dann schon", sagt er und lacht. Seit mittlerweile einem Jahr feilt er schon auf dem heimischen Ferienhof an seinen Fertigkeiten.

Bewunderer und Interessierte gibt es immer: "Wir haben Feriengäste und wenn ich das mach', dann laufen sie vorbei und schauen sich so komisch an und fragen: Hä? Was machsch 'n jetzt du da?" Ob es ihm nicht langsam auf die Nerven geht, dass er das Kuhfitting permanent erklären muss? Er zuckt seine Achseln und grinst: "Es macht mir halt Spaß, das zu erklären."

Wieviel kostet nun so ein Kuh-Styling im Durchschnitt?

Leben kann Tobi Guggemos vom Kuhfitting nicht. Es gebe einfach zu wenig Tierschauen, sagt er. Für ihn ist es eine Art Taschengeld: "Mit 50 Euro (pro Kuh) kann man schon rechnen" sagt der 19-jährige Landwirt mit seiner "Palace" im Arm.

Autor:

Patricia Wassermann aus Kempten

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