Kirchenreform: Widerstand im Dekanat Füssen wächst

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Demnächst wird Bischof Konrad Zdarsa ein Brief ins Haus flattern. Der Absender: das Dekanat Füssen. In dem Schreiben fordern die 17 Pfarreien im südlichen Ostallgäu einen Dialog über die geplante Kirchenreform ein der bislang aus ihrer Sicht nicht stattgefunden hat. Außerdem wollen die Pfarreien Klarheit, wie die Grenzen des neuen Dekanats (geplant ist, dass Füssen mit Marktoberdorf fusioniert) gezogen und die künftigen Seelsorgeeinheiten aussehen werden. Weiterer Wunsch: Die Wertschätzung der Laien soll deutlich gemacht werden. Diesen Schritt zu wählen, haben 40 Delegierte der Pfarreien in einer außerordentlichen Sitzung des Dekanatsrats am Dienstagabend in Pfronten einstimmig beschlossen. Seegs Pfarrer Alois Linder berichtete zudem, dass Vertreter der Pfarrei Seeg am kommenden Sonntag die Gelegenheit bekommen, ihre Sorgen und Nöte in einem Gespräch mit Bischof Konrad Zdarsa zu äußern.

Dazu habe sich der Augsburger Oberhirte bereit erklärt, der am 4. März die Misereor-Fastenaktion in Seeg eröffnet. Am selben Tag wollen Gläubige in Zell und Hopferau ihre Kirche 'umarmen'. Zu dieser Protestaktion gegen die Kirchenreform hat eine Initiative aufgerufen.

Dekan Frank Deuring und sein Stellvertreter Linder fanden deutliche Worte. 'Wieso wirft man Reformpläne in den Raum, wenn man noch nicht einmal weiß, wie sie konkret aussehen sollen?', kritisierte Linder. Viele Punkte seien ungeklärt. 'Für mich sieht das momentan eher nach einem Chaos aus.' Es gleiche einer Achterbahnfahrt.

Mehr Belastung für Pfarrer

Deuring war der gleichen Meinung: 'Die Pläne stiften mehr Verwirrung als Klarheit.' Vor allem monierte er, dass durch Fusionen von Pfarreien mehr Belastung auf die Pfarrer zukomme. 'Wenn ich sieben Feiern an einem Wochenende zelebrieren soll, bin ich in meinen menschlichen Möglichkeiten überfordert.'

Dieses Problem machte auch Annemarie Mayer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Seeg, aus. Die Seelsorgeeinheit Seeg soll sich laut Mayer nach jetzigem Stand bald aus fünf Pfarreien plus der Wallfahrtskirche Maria Hilf zusammensetzen. 'Unser Pfarrer ist auch nicht mehr der Jüngste.' Sie forderte, auf Ausgeglichenheit zu achten: Andere Seelsorgeeinheiten sollen nur aus zwei Pfarreien bestehen.

Priesteranwärter Helmut Epp aus Lengenwang plädierte dafür, nicht nur zu 'schimpfen', sondern kreative Vorschläge zu machen. Deuring erwiderte: 'Man hat versucht, Lösungen zu finden. Aber Vieles wurde nicht beachtet.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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