Mobile Redaktion
Keine Annäherung

Die Fronten beim «Alpine Coaster» sind abgesteckt: Für die einen ist es eine gigantische Achterbahn, die den Buchenberg verschandelt, für die anderen eine wichtige Zukunftsinvestition. Kein Wunder also, dass das Vorhaben bei der Mobilen Redaktion unserer Zeitung im Gasthof «Zum Löwen» für eine teils heftige Debatte sorgte. Wie zu erwarten war, kam es zu keiner Annäherung beider Lager. Nun sind die Halblecher am Sonntag, 28. November, aufgerufen, über die Entwicklung am Buchenberg abzustimmen.

Wie mehrfach berichtet, will die Tegelbergbahn (TBB) am Buchenberg für rund drei Millionen Euro einen «Coaster» errichten - also eine Art Ganzjahresrodelbahn, auf der Besucher mit Schlitten auf Stahlrohren talwärts sausen. Zu dem Gesamtpaket gehören auch ein Bergerlebniszentrum (in der Art des Walderlebniszentrums Ziegelwies), an dem sich die TBB finanziell beteiligen will, und ein Waldseilgarten.

Im Mittelpunkt der Debatte bei der Mobilen Redaktion stand aber fast ausschließlich der «Coaster»: «Der sieht furchtbar aus», meinte Sieglinde Kurz unter dem Beifall etlicher Zuhörer. Sollte das Projekt realisiert werden, wären dem Massentourismus Tür und Tor geöffnet, befürchtete Herbert Ott von der Interessengemeinschaft Buchenberg eine Art Rummelplatz mitten im Ort. Die Buchinger hätten davon nur Nachteile.

Deshalb müsse man auf Qualität, auf sanften Tourismus setzen, forderte Ott. Was Bürgermeister Bernd Singer so kommentierte: «Vor zehn Jahren hab ich gesagt, sanfter Tourismus wär was für unsere Gemeinde. Doch genauso sanft sind die Umsätze.»

Franz Bucher, der Geschäftsführer der Tegelbergbahn, verwies auf die schlechten Fahrgastzahlen der vergangenen vier Winter an der Buchenbergbahn - eigentlich müsste man den Lift zwischen November und Mai schließen. Daher habe man sich überlegt, wie man das Ergebnis verbessern könne. Lehnten die Halblecher den «Coaster» ab, sei der Lift aktuell nicht in Gefahr, betonte er. Gleichwohl würden die Gesellschafter aber kein Geld mehr für andere Projekte am Buchenberg bewilligen, wenn dort sozusagen eine Veränderungssperre gelte.

Und Bucher betonte: Ohne Rodelbahn werde man sich auch nicht am Bergerlebniszentrum beteiligen.

Etliche Bürger kritisierten, sie seien zu wenig über das Vorhaben informiert worden: «Wir wissen eigentlich nicht, über was wir genau abstimmen», meinte Dietmar Brinkmann. «Ich bin a bisserl überrascht», antwortete Bergbahn-Chef Bucher. Denn in zwei Info-Veranstaltungen in Buching und Trauchgau habe er über das Gesamtprojekt informiert. Doch eine teure Detailplanung, die zudem mit den Fachbehörden abgestimmt werden müsse, werde er erst in Auftrag geben, wenn er für das Vorhaben grünes Licht bekomme. Daher gebe es momentan auch vier Varianten für die Trasse der Rodelbahn - darunter einen Favoriten aus Sicht der TBB (siehe Grafik).

Eines sei aber sicher: Man wolle den «Coaster» gut in die Landschaft einbinden.

Bürgermeister Singer begrüßt - so wie Forstdirektor Robert Berchtold in den vorangegangenen Info-Veranstaltungen - vor allem das Bergerlebniszentrum. Ein Anlaufpunkt für die ganze Familie mit Lehrpfaden und spielerischen Elementen könne entstehen. Doch das sei nur mit «Coaster» realisierbar. Diese Aussage wiederum schmeckte etlichen Besuchern der Mobilen Redaktion nicht. «Wir wohnen hier und wollen uns den Buchenberg nicht kaputtmachen lassen», sagte Herbert Ott.

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