Bauernverband
Info-Veranstaltungen über Pflege in Seeg und Ketterschwang

2,5 Millionen Pflegebedürftige leben in Deutschland, zwei Drittel davon werden in Pflegeheimen betreut. Immer wieder stellt sich dabei für viele die Frage, wer die Kosten für den Heimaufenthalt übernimmt, wenn Pflegegeld und Rente nicht reichen – und welche pflegende Einrichtung die beste ist. Umfassende Informationen dazu gab es in Seeg und Ketterschwang bei Veranstaltungen, zu denen der Bauernverband Ostallgäu eingeladen hatte.

Ein Urteil legte 2004 fest, dass Eltern und Kinder gegenseitig unterhaltspflichtig sind, wenn Angehörige bedürftig und die Unterhaltspflichtigen leistungsfähig sind. Was sich hinter diesem Urteil verbirgt, schlüsselte Rechtsanwalt Thomas Britzger auf. Der Staat sei nur dann bereit, Sozialhilfe zu leisten, wenn das eigene Einkommen und Vermögen nicht ausreichen.

Bevor Sozialhilfe in Anspruch genommen werden kann, muss das Einkommen, sämtliches Vermögen aus Bargeld und Immobilien sowie selbst die Sterbeversicherung vom Antragsteller offengelegt werden. Dem gegenüber stehen dann einige Garantiebeiträge, die nicht angetastet werden.

Nicht angetastet wird auch das Eigenheim, wenn es vom Ehegatten weiter bewohnt wird. Schenkungen, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre getätigt wurden, werden ebenfalls überprüft und können zurückgefordert werden. Die gesetzlichen Unterhaltsleistungen, die Angehörige zu erbringen haben, werden aus dem bereinigten Nettoeinkommen errechnet.

Einen Sonderfall stellt der Übergabevertrag dar, der als gemischte Schenkung behandelt wird. Alles, was im Übergabevertrag finanziell festgehalten ist, wird auf die Sozialhilfe angerechnet. Solange der Hof als Voll- und Nebenerwerbsbetrieb bewirtschaftet wird und für den Hofbesitzer die Einkommensquelle bedeutet, besteht eine Schonregelung. 'Kümmern Sie sich rechtzeitig um die eigene Vorsorgevollmacht und ihren persönlichen Betreuer', empfahl Britzger.

Mehrere Heime anschauen

Christoph Freilinger, Leiter des Caritas-Pflegeheims in Seeg, ergänzte den Vortrag. Er verwies auf entlastende Möglichkeiten durch Tages-, Kurzzeit- und Vertretungspflege und den Aufenthalt zur Probe. Er empfahl die Türen von verschiedenen Heimen aufzumachen und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

Es gebe nicht das beste Pflegeheim, beim Qualitätsmanagement seien kaum Unterschiede auszumachen, aber es gebe einen guten Geist, den man bereits bei einer Hausführung spüren könne. Für Freilinger ist es wichtig, dass vor einer Heimunterbringung Einigkeit im Familienrat geschaffen wird und der Betroffene ehrlich und behutsam auf sein neues Daheim vorbereitet wird.

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