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In Füssen setzen Köche auf Waren aus der Region oder Tiefkühlkost

Der heimtückische Krankheitserreger EHEC ist weiter in aller Munde - wenngleich es jetzt Entwarnung für Tomaten und Gurken gibt. So mancher Verbraucher war zuletzt verunsichert und hatte frische Salate vom Speiseplan gestrichen. Auch in Restaurants, Kindergärten oder dem Füssener Krankenhaus verfolgte man die aktuelle Entwicklung aufmerksam. Auf Gemüse verzichtet wurde jedoch fast nirgendwo. Gastronomen, Hotellerie und öffentliche Einrichtungen setzen in der Regel auf regionale Produkte und haben großes Vertrauen in ihre Lieferanten - oder sie verwenden sicherheitshalber Dosenware und Tiefkühlkost.

Der AWO-Kinderhort in Füssen verzichtete zuletzt auf rohes Gemüse, Obst und Rohmilchprodukte. << Hin und wieder gibt es für unsere Kinder aber trotzdem gekochtes Gemüse, Joghurt und Quarkspeisen >>, so Kindergärtnerin Pia Guggemos. Der Lieferant für die Füssener Kindergärten Klaus Winter sieht die Lage so: << Ich habe zwar keinerlei Bedenken, was unsere Ware angeht. Dennoch müssen die Ängste der Eltern ernst genommen werden. >>

Auch die Mensa des Gymnasiums Hohenschwangau hat auf EHEC reagiert. << Wir haben keine Anordnung bekommen, dennoch hat das bayerische Kultusministerium uns empfohlen, vorerst auf die Vergabe von rohem Gemüse zu verzichten >>, sagt Hogaus Küchenchef Matthias Felgenträger, << das Salatbuffet etwa besteht nur noch aus Dosenware >>.

Besonders die Bewohner des Seniorenheims St. Michael sind sehr besorgt über EHEC. << Alte Leute haben durch ihr schwächeres Immunsystem Angst vor möglichen Erkrankungen >>, berichtet die Küchenangestellte Silvia Ehrhardt. << Darauf mussten wir Rücksicht nehmen und verteilen nur noch Tiefkühlware oder gekochtes Gemüse aus der Dose. >>

Im Restaurant des Füssener Hotels << Luitpoldpark >> ist alles beim Alten: << Es ist sinnlos, ein Salatbuffet ohne Blattsalat, Gurken und Tomaten anzubieten >>, winkt Küchenchef Dirk Jähnicke ab. << Unsere Lieferanten haben uns eine Garantie auf erregerfreies Gemüse gegeben und das Küchenpersonal achtet wie immer stark auf Hygiene und Sauberkeit. >> Dennoch verzichteten hin und wieder vereinzelt Gäste aus Sorge vor dem EHEC-Erreger auf Gemüse und Salate. << Dabei handelt es sich aber um eine Minderheit >>, betont der Koch.

Pizzabäcker Ali Cankaya versteht die Panikmache der jüngsten Zeit nicht. In seiner Pizzeria in der Innenstadt laufe der Verkauf weiter auf Hochtouren. << Die Leute stören die Tomaten auf der Pizza nicht. >> Dennoch stünden Salatgerichte nicht so hoch im Kurs wie vor der Epidemie. Dies stelle für ihn aber kein ernsthaftes wirtschaftliches Problem dar, wie Cankaya versichert. Ähnlich sieht es Besim Görgen, der einen Dönerladen betreibt: << Ich wasche mindestens drei Minuten das Gemüse mit heißem Wasser. >> So hätten mögliche Keime keine Chance, sagt er. Auch das Füssener Krankenhaus serviert Patienten Gemüse und Salat. << Wir bekommen unsere Ware von regionalen Händlern. In diese haben wir großes Vertrauen >>, verdeutlichte der stellvertretende Küchenchef Rainer Walter.

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