Benefizaktionen
In Füssen gibt es inzwischen einige Initiativen, um Menschen in Japan zu helfen

Die dramatische Entwicklung in Japan weckt auch im Füssener Land bei immer mehr Bürgern den Wunsch, den von Erdbeben, Tsunami und atomarer Strahlung geschundenen Menschen zu helfen: In Kürze laufen verschiedene Benefizaktionen an.

Markanteste Einzelinitiative dabei: Hotelier Wilhelm Schwecke möchte mit Konzerten in Füssen - eventuell auch an anderen Orten der Romantischen Straße - Spendengelder sammeln. Bei der Stadt sind derweil rund 20 Adressen von Menschen oder Firmen eingegangen, die bei Bedarf Betroffene aus Fernost bei sich einquartieren würden.

«Die Situation in Japan macht einen betroffen - vor allem, wenn man weiß, welch enormen Belastungen die Rettungskräfte bei ihren Einsätzen ausgesetzt sind», betont Stefan Stein. Der Feuerwehrmann aus Füssen hat zwar weder Tsunami noch Reaktorunfall erlebt, kennt aber die Anforderungen, die an Retter in Ausnahmesituationen gestellt werden.

Um den Betroffenen zumindest eine kleine Hilfe zukommen zu lassen, will er mit seiner Freundin Marion Berktold am Freitag, 8. April, (9 bis 18 Uhr) einen Bücherflohmarkt am Schrannenplatz organisieren. Tausende Romane, Bildbände und Fachbücher hat die Wehr in ihrem Bestand und kann Bücherwürmern viel Futter bieten. Mitglieder der Harmoniemusik wollen am Nachmittag zudem mit Alphörnern am Stand präsent sein.

Japaner ohne Nahrung und Obdach und das stetig wachsende Risiko einer weitreichenden Nuklearkatastrophe haben auch Apothekerin Heike Immler spontan zur Hilfe animiert. In Füssen (St. Mang Apotheke), Schwangau (Kurapotheke) und Trauchgau (Geiselstein Apotheke) bietet sie spezielle Zahnbürsten zur Fußball-Frauenweltmeisterschaft an. «Der Erlös fließt über die Hilfsorganisation Humedica nach Japan, die Mehrwertsteuer übernehme ich selbst», erläutert sie. 3000 Stück hat sie vorrätig, 3000 Euro wären ihr Wunscherlös. Dass sie helfen würde, sei rasch klar gewesen: «Das hätte uns auch treffen können.»

Nicht reden, sondern etwas tun - das will auch Hotelier Schwecke, der seit Jahrzehnten Freundschaften und intensive Kontakte zu Japanern pflegt. Von einigen Bekannten in der Krisenregion Sendai und Fukushima habe er seit dem Beben keine Rückmeldung mehr erhalten. «Ich hoffe nun, dass sie zumindest am Leben sind», berichtet er besorgt. Nach dem Erdbeben in Kobe vor über zehn Jahren hatte Schwecke die Stiftung «Kinder in Not» gegründet. Jetzt will er mit Benefizkonzerten in Füssen, möglicherweise auch entlang der Romantischen Straße, Spendengelder sammeln. Die Klassik-, Jazz- oder Rockkonzerte sollen in den Sommermonaten stattfinden - mit einigen Künstlern sei er bereits im Gespräch. «Eine großartige Idee», findet Tourismuschef Stefan Fredlmeier.

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