Überblick
In den 1630er-Jahren leidet das Allgäu unter wechselnder Herrschaft: Beide Seiten plündern und morden überall

Der Dreißigjährige Krieg verheert die gesamte Region. Jede Stadt und jeder Ort erlebt seine eigenen Schreckensgeschichten. Hunger treibt die Menschen an den Rand des Zusammenbruchs und macht sie empfindlich für Krankheiten.

Die Pest tötet laut Alfred Weitnauers Allgäuer Chronik zwei Drittel der Bewohner. Nachdem der Text oben die Geschichte Kemptens erzählt, hier ein kurzer Überblick zur Lage anderer Allgäuer Städte:

Memmingen

Der kaiserliche Feldherr Albrecht von Wallenstein residiert von Mai bis Oktober 1630 in der Stadt. 1632 besetzen die Schweden das evangelische Memmingen und nutzen es als Hauptquartier in der Region. Obwohl die Stadt meist fest in der Hand einer Kriegspartei ist (später wieder der kaiserlichen), leidet sie unter Pest, Seuchen, Hunger, Vergewaltigungen, Plünderungen und Morden.

Kaufbeuren

In den Jahren 1633/34, in denen der Krieg im Allgäu besonders heftig wütet, wechselt die Stadt achtmal den Besitzer. Jedes Mal plündern die Besatzer beider Lager und begehen schlimmste Verbrechen. Die Bevölkerung schrumpft von 3300 Einwohner (1624) auf etwa 800 bei Kriegsende. Schweden plündern das Kloster Irsee nahe Kaufbeuren allein 1632 fünfmal.

Füssen

Der Stadt am östlichen Rand der Allgäuer Alpen und damit am Tor nach Tirol ergeht es nur wenig besser. Zuerst besetzen die Tiroler Füssen, dann kommen die Schweden. Beide Seiten verschonen zuerst die Stadt, plündern jedoch heftig im Umland. Dabei zerstören die Schweden beispielsweise im Juni 1632 am Tag ihrer Ankunft das Dorf Faulenbach. Im März 1634 verteidigen sich die Füssener Bürger in schweren Straßenkämpfen gegen kaiserliche Truppen.

Auf dem Land

Mit den Gräueln, die auf dem Land geschehen, setzen sich die Chroniken weniger detailliert auseinander. Doch gehen tausende von Höfen und Dörfern während der Kriegsjahre in Flammen auf. Manche Orte verschwinden von der Landkarte - auch wegen der Pest.

In der Schwangauer Chronik heißt es: Die katholischen Soldaten, die protestantischen, die Schweden und die Truppen des eigenen Landes, der Liga und des Kaisers, und die verzweifelten und entmenschten Bauern selber, alles war eine große Räuber-, Mörder- und Mordbrennerbande.

Autor:

Frank Eberhard aus Kempten

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