Großeinsatz
Hotelbrand in Füssen: Rettung in letzter Sekunde

Dramatische Szenen haben sich bei einem Hotelbrand in der Altstadt von Füssen (Ostallgäu) abgespielt: Dort brach in der Nacht auf Sonntag kurz nach zwei Uhr im Treppenhaus ein Feuer aus und überraschte die Touristen im Schlaf.

Weil ihnen der Fluchtweg durch Flammen und starken Rauch abgeschnitten war, gerieten die Gäste in Panik: Vom Feuer eingeschlossen, fassten sie in ihrer Verzweiflung den Plan, aus dem Fenster zu springen.

Bereits auf die Straße geworfene Matratzen sollten den Sprung aus den oberen Stockwerken abfangen, zudem hatten die Hotelgäste Bettlaken zum Abseilen zusammengeknotet.

Die herbeigerufene Feuerwehr wusste das jedoch gerade noch zu verhindern und befreite rund 30 der insgesamt 40 Personen im Hotel per Drehleiter aus dem Gebäude. Zwölf Urlauber erlitten bei dem Brand Rauchvergiftungen, acht konnten die Krankenhäuser Füssen und Pfronten bereist gestern wieder verlassen.

'Alle haben geschrien'

'Es war schlimm, wir waren wirklich kurz davor, aus dem Fenster zu springen', berichtet eine 30-jährige Frau nach ihrer Rettung. 'So was habe ich noch nie erlebt – alle haben geschrien, waren in Panik.'

Erst die Hilferufe einer Familie aus Japan im zweiten Stock unter ihr, wo das Feuer ausbrach, weckten die junge Frau und ihren Freund, die am Tag zuvor angereist waren. 'Ich habe dann angefangen, die Koffer zu packen, während mein Freund nachgesehen hat, was überhaupt los war.'

Kaum aber hatte der die Zimmertür aufgemacht, war klar, dass der Fluchtweg wegen der starken Rauchentwicklung abgeschnitten war. 'Das war dann wirklich schlimm', erklärt die Urlauberin zwei Stunden nach ihrer Rettung schon wieder halbwegs gefasst.

Warum es zu dem Brand kam, ist laut Einsatzleiter Heinz Weller noch unbekannt. 'Wir wissen bisher nur, dass das Feuer im zweiten Stock im Treppenhaus ausgebrochen ist, alles Weitere müssen Kriminalpolizei und Brandfahnder klären', so der Kommandant der Feuerwehr Füssen noch in der Nacht.

Mehrere Hundert Einsatzkräfte waren vor Ort, neben den umliegenden Feuerwehren auch das Rote Kreuz mit knapp 50 Personen, die die geretteten Urlauber versorgten.

In einem Café versorgt

'Abgesehen von den Leichtverletzten geht es allen gut', berichtete der leitende Notarzt Dr. Bernd Sigfrid.

Die Geretteten wurden vorerst in einem nahen Café untergebracht, den Rest der Nacht verbrachten alle im Rotkreuzhaus in Füssen, weil auf die Schnelle keine neue Unterkunft gefunden wurde, verriet der organisatorische Leiter des Roten Kreuzes, Andreas Allgaier.

Das Feuer war binnen einer Stunde unter Kontrolle, der Sachschaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei 150 000 Euro. Damit endete der Großeinsatz vergleichsweise glimpflich, sagt Kommandant Weller.

Ein Brand in den engen Gassen von Füssen könne 'schnell auch in einer Katastrophe enden', so Weller. 'Es gibt wenige Brandmauern zwischen den aneinanderstehenden Häusern, außerdem ist viel Holz verbaut.'

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