Vielsaitig
«Hans Solo featuring Streichmetall» ernten in Füssen Kritik und Jubel

Beim Konzert «Hans Solo featuring Streichmetall» im Rahmen des Festivals «Vielsaitig», bei dem das Refektorium im Füssener Kloster St. Mang mit rund 150 Besuchern jüngst sogar übervoll besetzt war, äußerten sich hinterher nicht alle Zuhörer restlos begeistert über den Auftritt des aus Füssen stammenden und nun in Berlin Musikwissenschaften und Philosophie studierenden Johannes Bader mit dem Berliner Quartett «Streichmetall». Am Ende des nach Meinung mehrerer Besucher zu langen Programms erhielten die fünf Musiker dennoch teilweise frenetischen Beifall, in den sich einige Jubelrufe mischten.

Es war ein Experiment, das die Festivalveranstalter mit dem Gitarristen und Sänger Hans Solo, den Cellisten Julia Gotthard und Rainer Jooschulz sowie den Geigerinnen Ylva Köhncke und Eva Kuhn wagten.

Sie boten den fünf Nachwuchskünstlern mit diesem separaten, offiziellen Konzert ein eigenes Forum für deren teils recht ungewöhnlichen Klänge. Schließlich präsentierte sich das in einer Veranstaltungsankündigung als << Kollaboration zwischen dem Berliner Quartett und dem Songwriter Hans Solo >> beschriebene Konzert als eine Mischung verschiedener Musikstile zwischen Folkrock, Grunge und klassischen Klängen.

Mit Computerrhythmen zeitweise sehr feinfühlig abgestimmt, trugen Solo und << Streichmetall >> mit viel Enthusiasmus die Stücke vor, in denen sich sanfte Gitarrenpickings und vertrackte Passagen abwechselten. Einige kleinere technische Pannen meisterten sie souverän, auch wenn ein Besucher aus Roßhaupten gerade diese monierte.

Frank Schumacher aus Immenstadt lobte den Auftritt dagegen als << etwas ganz Besonderes, Eigenes >> und bezeichnete die fünf Musiker als << Tonkünstler >>, deren Konzert seiner Meinung nach auch << gut in den Saal und zum Festival >> gepasst habe. << Sehr interessant und unkonventionell >> fand Walter Dolak aus Schwangau Hans Solo und << Streichmetall >>.

Nicht hundertprozentig mochte sich Jutta Oberle aus Unterfranken mit der Show anfreunden beziehungsweise der von Solo zumeist in englischer Sprache begleiteten Musik. Sie besuchte zum ersten Mal ein Konzert von << Vielsaitig >> und brachte ihr Missfallen zudem dem Auftritt des von Solo als << Vorband >> angekündigten Ulrich Webers gegenüber deutlich zum Ausdruck. Dieser habe ihr rundweg << nicht gefallen >>.

Webers ein bisschen an Bob Dylan erinnerndes Vorprogramm verzögerte das Konzert << Hans Solo featuring Streichmetall >> denn auch nicht unerheblich. Den stürmischsten Applaus des Abends ernteten diese später mit dem einzigen Lied, das Solo in Allgäuer Dialekt sang und in virtuoser Manier Assoziationen an die Klangexperimente von << Haindling >> weckte.

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