Landwirtschaft
Halblecher betreibt mit 13 Landwirten eine Alpe

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Idyllische Ruhe herrscht auf der Alpe Wank, etwa 20 Autominuten von Halblech (Ostallgäu) entfernt, inmitten der Ammergauer Alpen. Nur das Läuten der Schellen erfüllt die Bergluft in 1140 Metern Höhe. Ab und zu sausen Radfahrer auf dem Fahrweg vorbei. Entspannt sitzt Alpmeister Martin Ott auf einer Bank vor der Hütte. Ob ihm sein Amt viel Spaß macht? Der 42-Jährige lacht und sagt: "Als Landwirt kann ich ein Stück Heimat erhalten. Aber um den Posten des Alpmeisters habe ich nicht gebettelt."

Jeder muss das mal machen

Als er vor zwölf Jahren den Vorsitz übernahm, habe es geheißen: Jeder müsse das mal machen, jetzt sei er dran. Er willigte ein. "Ich wusste nicht, was auf mich zukommt", erzählt Ott. Inzwischen habe er sich "in die Sache hineingelebt" und bisher keine Schwierigkeiten gehabt. Dank staatlicher Zuschüsse sei die finanzielle Lage in der Alpwirtschaft gesichert. "Erst wenn kein Geld mehr fließt, bekommen wir Probleme."

Zusammen mit 13 anderen Landwirten der Waldkörperschaft Buching-Trauchgau bringt Ott jedes Frühjahr circa 150 Jungtiere auf die Alpe. "Bei weniger als zehn Bauern würde die Bewirtschaftung der 218 Hektar Lichtweide schwierig werden", sagt er. Seit Jahren sei die Zahl aber konstant und das liege maßgeblich an der staatlichen Förderung.

Freilich seien viele Landwirte mit im Boot, weil die Arbeit in den Bergen eine angenehme Abwechslung bedeutet. "Fallen die Zuschüsse weg, würden bestimmt viele abspringen", sagt er. Dann müsste man nämlich pro Jungvieh einen Betrag erheben realistisch sei zum Beispiel ein Euro. "Bei etwa 120 Tagen auf der Alpe wären das bei zehn Tieren 1200 Euro. Das kann sich kein Bauer leisten."

Mit dem Geld aus öffentlicher Hand könne man die jährlichen Kosten abdecken. Ott kalkuliert im Schnitt mit rund 30.000 Euro. Darunter fallen unter anderem die rund 200 Tagschichten pro Saison, die die 14 Landwirte insgesamt leisten.

Der Alpmeister erklärt, wie sie zustande kommen: Den Löwenanteil würden die Stunden ausmachen, in denen das Vieh auf die Alpe, ins Tal oder auf andere Bergweiden getrieben wird. "Wir bekämpfen aber auch Unkraut", so Ott. Zudem müssten immer wieder Zäune und Pfähle erneuert oder an der Alphütte Arbeiten erledigt werden.

Strom beziehe man aus einem nahe gelegenen Wasserkraftwerk. Die Kosten übernimmt die Gemeinde für uns. Wasser kommt aus einer eigenen Quelle. Miete für die Hütte müsse man nicht zahlen, da die Waldkörperschaft Buching-Trauchgau das Haus besitze. Bezahlen müsse man hingegen einen Hirten. Er hat die Saison über ständig ein Auge auf das Vieh und bekommt pro Tag 40 Euro brutto.

Keine Gastronomie

"Das Ziel ist, dass sich die Sache selbst trägt", sagt Ott. Es gehe nicht darum, möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Einzig Rücklagen könne man schaffen, wenn in einer Saison weniger Geld ausgegeben wurde als zunächst angenommen. Touristisch wird die Alpe Wank nicht genutzt. "Hätten wir Gastronomie, glaube ich nicht, dass mehr Geld herausspringen würde", so Ott. Neben der Investition in Toiletten oder einen Gastraum müssten zusätzlich Mitarbeiter eingestellt werden.

Selbst wenn es sich lohnen würde: "Wir wollen das schlichtweg nicht", verrät der 42-Jährige. Es soll keine Konkurrenz zur nahe gelegenen bewirtschafteten Kenzenhütte entstehen. Außerdem sei eines zentral: "Es geht uns nur darum, das Vieh den Sommer über in den Urlaub zu schicken. Mehr nicht."

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