Kirche
Gottesdienst in der Christkönigs-Kapelle in Hohenschwangau

Am Freitag, 28. Juli, findet um 18 Uhr ein Gottesdienst zu ehren der Vermählung von Margareta von Schwangau und Oswald von Wolkenstein in der Christkönigs-Kapelle in Hohenschwangau statt. Im Anschluss hält Magnus Peresson in der Kapelle einen Vortrag über die adlige Schwangauerin. Musikalisch unterhält die Familienmusik Keller aus Pfronten.

Vor 600 Jahren, um 1417 nach Ostern, heiratete die adlige Margareta von Schwangau den Südtiroler Minnesänger Oswald von Wolkenstein. Was für eine außergewöhnliche Frau Margareta gewesen sein muss, wird in den Liedern deutlich, die der Sänger ihr zu Ehren geschrieben hat.

Geboren wurde Margareta auf Burg Hinterhohenschwangau im Jahre 1390 dort, wo heute das weltberühmte Schloss Neuschwanstein steht. Sie war die Tochter des Ritters Ulrich II. von Schwangau und seiner Frau Adelheid Schwelcher.

'Sie muss eine überaus schöne Frau gewesen sein', sagt der Füssener Historiker Magnus Peresson, der bei der Gedenkfeier den Vortrag über Margareta halten wird. 'Außerdem war sie eine sehr kluge Frau, ich könnte mir vorstellen, dass sie, aufgrund der Nähe zum Kloster St. Mang, von einem Benediktinerpater Lesen und Schreiben gelernt hat.'

Ihren späteren Gemahl Oswald von Wolkenstein lernte sie kennen, als dieser wohl auf einer seiner Reisen durch Füssen kam.

Beispielhafter Ritter

Oswald von Wolkenstein war Sänger, Dichter, Komponist und Politiker und wurde vermutlich auf Burg Schöneck im Pustertal in Südtirol geboren. Sein Leben und Wirken kann als beispielhaft für einen Ritter des ausgehenden Spätmittelalters angesehen werden.

Unter anderem war er als Diplomat im Dienste des deutschen Königs und späteren Kaisers Sigismund in Europa unterwegs. Dazu kam, dass er mit seinen eigenen Liedern und Kompositionen unterhalten und die Abende zu Festen machte.

Wohl Anfang des Jahres 1417 hielt Oswald von Wolkenstein schließlich offiziell um Margaretas Hand an. Dieser Heiratsantrag ist auch Hintergrund für eines seiner Lieder, das Stück 'Ain guet geboren edel man'. Im Sommer 1417 wurde die Hochzeit zwischen Oswald und Margareta in Schwangau gefeiert.

Dabei anwesend waren, so steht es in der Schwangauer Chronik, neben der Verwandtschaft beider Familien auch der Abt des Klosters von Füssen oder Steingaden, der bei der kirchlichen Feier assistiert hat. Margareta bekam als Heimsteuer 500 rheinische Gulden.

'Aus alten Urkunden wissen wir, dass zum Heiratsgut auch das Recht zum Fischen im Lech gehört hat, vom Illasbergsee bis ins Tirol hinein', fügt Magnus Peresson hinzu. Margareta schenkte Oswald sieben Kinder, blieb als Mutter und Hausfrau daheim und kümmerte sich völlig selbstständig um die Kinder.

Sie inspirierte Oswald zu Liebesliedern, die heute zu den schönsten des deutschen Mittelalters gehören. Darin schreibt der Minnesänger oft über die besonderen Eigenschaften seiner Frau, die er einfach nur Gret nannte.

Als ihr Mann am 2. August 1.445 in Meran starb, war Margareta persönlich anwesend. Ihre eigenen letzten Jahre verbrachte sie als Witwe zunächst auf Burg Hohenstein, bevor sie den Besitz 1447 ihrem Sohn Oswald übergab und nach Brixen übersiedelte.

Die letzte schriftliche Überlieferung in Form eines Briefes stammt vom 23. Mai 1451. Der genaue Zeitpunkt ihres Todes ist nicht bekannt. Margareta ist in Neustift an Oswalds Seite beigesetzt, ihr Grabstein ist nicht mehr erhalten.

'Margareta war eine Frau in der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert, die es verstanden hat, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und in fast dreißigjähriger Ehe durch ihre Treue und Hinwendung zum Segen wurde für ihren Mann und ihre Kinder', so schreibt es die Chronik abschließend.

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Redaktion extra aus Kempten

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