Herzogsägmühle
Gegen Obdachlosigkeit: Lob und Geld für neues Angebot

Die Gemeinde Pfronten steht hinter der Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit, die die Herzogsägmühle für den Landkreis Ostallgäu in Marktoberdorf betreibt. Ute Kirchbichler von der Beratungsstelle sowie Martin Holleschovsky, der Leiter der Schuldnerberatung, erhielten im Gemeinderat nicht nur die Zusage, sich an der Finanzierung zu beteiligen, sondern auch Lob für ihre Arbeit.

Unverständnis gab es für Kommunen, die nicht bereit sind, ihren Beitrag zu leisten. Die Ablehnung des Stadtrats Füssen kommentierte beispielsweise Klaus Frick (SPD) mit einem ausdrücklich dezent gewählten «schade».

40 Haushalte habe sie seit März vergangenen Jahres beraten, berichtete Ute Kirchbichler. In zwölf Fällen sei sie präventiv tätig geworden, weil beispielsweise die Wohnung gekündigt war oder wegen Miet-rückständen eine Räumungsklage drohte. In allen Fällen sei es gelungen, Zwangsmaßnahmen zu verhindern. Die Chancen dazu stünden umso besser, je früher sie informiert werde, so Kirchbichler.

Die Betroffenen würden intensiv begleitet, auf Hilfsangebote und Anlaufstellen hingewiesen. «Es ist manchmal nötig, die Betroffenen an die Hand zu nehmen», so Kirchbichler. Auch zwölf akute Fälle habe sie betreut. Beispielsweise Jugendliche, die zu Hause rausflogen und nicht wüssten wohin. In Obdachlosenunterkünften habe sie 16 Betroffene beraten. Zwar sei es schwierig, Menschen, die schon länger obdachlos seien, «da wieder rauszubringen», so Kirchbichler, «aber auch das ist möglich».

Modell aus Oberbayern

Wie Martin Holleschovsky erläuterte, geht die Fachstelle auf den Wunsch des Sozialministeriums zurück, das im oberbayerischen Raum bewährte Modell nach Schwaben zu «exportieren». Nach einjähriger Anschubfinanzierung durch das Ministerium sollten nun die Kommunen übernehmen. 27 der 45 Ostallgäuer Gemeinden hätten mittlerweile zugesagt, ihr Schärflein von 24 Cent pro Einwohner und Jahr beizusteuern. Es habe allerdings auch Absagen gegeben, so Holleschovsky: «Die tun uns schon ein bisschen weh.» Mittlerweile zeichne sich ab, dass das Ministerium die Anschubfinanzierung verlängere.

Gemeindeanteil: 2000 Euro

Rund 2000 Euro beträgt der Anteil der Gemeinde Pfronten, rechnete Bürgermeister Beppo Zeislmeier vor. Dr. Otto Randel verband seine Zustimmung mit einem «Lob für die großartige Arbeit auch in Herzogsägmühle». Dem schlossen sich Klaus Frick (SPD) und Fritz Brunhuber (CSU) an, während Angelika Wohlfart (CSU) die Zahl der betreuten Fälle als Zeichen wertete: «Auch wir leben nicht auf der rosa Wolke.» Alois Heers (Freie Wähler) Nachfrage, ob man auch als Vermieter auf die Fachstelle zugehen könne, wurde bejaht. «Wichtig ist die Information», so Holleschovsky. Dann könne man Kontakt zu dem Betroffenen aufnehmen. Der erfahre dabei nicht, wie die Fachstelle auf ihn aufmerksam wurde. (mar)

 

Ute Kirchbichler

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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