Jahrbuch
Fundierte Beiträge im 50. Jahrbuch des Historischen Vereins Alt Füssen

Fundierte Beiträge zu historischen und kunstgeschichtlichen Forschungen unter anderem über Graf von Dürckheim-Montmartin finden sich im 50. Jahrbuch des Historischen Vereins Alt Füssen.

Das Leben von Alfred Graf von Dürckheim-Montmartins (1850 - 1912), dem letzten Adjutanten König Ludwig II. von Bayern, aus dem Dunkel der Vergangenheit zu holen ist das Anliegen des Speyerer Historikers Dr. Markus Lothar Lamm. Graf Alfred entstammte einem uralten und weitverzweigten Adelsgeschlecht und wurde in Steingaden geboren. Dort ließen sich seine Eltern nach dem Kauf der ehemaligen Klosterbrauerei nieder.

Der junge Leutnant, der sich bereits 1870 in Sedan ausgezeichnet hatte, heiratete nach einer Russlandreise Helene von Bobrinsky, Hofdame der russischen Kaiserin. Mit ihr zog er nach München. Lamm widmet sich ausführlich dem Leben des Grafen. So sind auch dessen Dienste für Ludwigs Bruder Otto von Interesse, bei dem er früh 'alberne Wahngebilde' erkannte.

Dann, im Dienst von Prinz Arnulf, kam es zum Eklat wegen dessen Beziehung zu Dürckheims Gemahlin. Ein Duell wurde in letzter Minute verhindert und bald wurde die Ehe geschieden.

Dürckheims Bevorzugung durch Ludwig löste in der Folge allerhand Neid aus. Die Zeit wachsender Freundschaft zwischen den beiden Männern, den Austausch von Ideen dokumentieren Briefe und auch spätere Aufzeichnungen Dürckheims.

Drei Jahre nach Ludwigs Tod schrieb er die Ereignisse des Jahres 1886 auf – seine Ablehnung, Briefe des Königs an den späteren Prinzregenten Luitpold weiterzugeben, die Rolle Graf Holnsteins und wie er den König frühzeitig auf Kritik hinwies und die Sanierung der Kabinettskasse für nötig erachtete. In den dramatischen letzten Tagen reiste Dürckheim schleunigst nach Neuschwanstein.

Er wohnte im Torbau und versuchte bis zuletzt, den König zu schützen. Ab dem 11. Juni war er handlungsunfähig: wegen Hochverrats verhaftet. Nach seiner Rehabilitation behielt Dürckheim das Wohlwollen des Königshauses und errang weiter hohe militärische Ämter.

Er beendete seine Militärkarriere als kommandierender General des 2. Bayerischen Armeekorps und starb am 10. April 1912 in Locarno. Von München wurde der Leichnam nach Steingaden überführt und am 15. April in der Familiengruft beigesetzt. Die Nachrufe würdigten insbesondere Dürckheims Loyalität zu Ludwig II.

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