Nichtraucherschutz
Füssener Wirte und Gäste über das Rauchverbot

Das Rauchverbot erinnere an die Prohibition - so oder so ähnlichen hatten vor einem Jahr Füssener Kneipengänger den Volksentscheid für ein Rauchverbot in bayerischen Gaststätten kommentiert. Inzwischen hat sich der Groll fast völlig in Luft aufgelöst. Diesen Schluss lässt die Nachfrage unserer Zeitung bei Nachtschwärmern in der Altstadt am Wochenende zu.

Vor der << Schiffwirtschaft >> gönnt sich gegen 23 Uhr Dani Novi eine Zigarettenpause. Die 44-jährige Bedienung bleibt nicht lange allein. Zwei Gäste kommen plaudernd vor die Tür und zünden sich eine Zigarette an. Einer, der hier schon im Dunklen sitzt, greift in den Tabakbeutel. Der 26-jährige Schwangauer Friedel May meint entspannt: << Es ist gut, dass in der Gaststätte nicht mehr geraucht wird. Ich selbst bin ein Gelegenheitsraucher. >> Sein Eindruck: << Weil der Gast nach draußen muss, wird vermutlich weniger geraucht. >> Bedienung Dani ergänzt: << In Österreich gelten andere Regeln. Obwohl ich Raucherin bin, empfinde ich es längst als unangenehm, in ein Lokal zu kommen, das stark nach Nikotin riecht. >>

Im Umkehrfall macht es jungen Tirolern offenbar nichts aus, dass es in Bayern keine Raucherräume mehr gibt. Für den 24-jährigen Ozkan Sen und eine ebenfalls rauchende Landsmännin ist es kein Problem, einen gemütlichen Abend auf der Terrasse des << Relax >> zu verbringen. Zu den Tischen, die trotz des Temperatursturzes am Samstag besetzt sind, gesellt sich der Buchinger Florian Lang für eine Kippe im Stehen. << Wenn wir zum Essen ausgegangen sind, hat gestört, wenn am Nebentisch geraucht wurde >>, sagt der 27-Jährige. << Im Bierzelt aber gehört Rauchen dazu. >>

Die neue Regelung sei besser als früher, unterstreichen Stephanie Möschle und Simone Herold vorm << Ambiente >> in der Luitpoldstraße. << Allein schon wegen der Kleider >>, betont die 29-jährige Stephanie. << Wenn man in der Kneipe war, roch man unangenehm >>, ergänzt die 45-jährige Freundin. << In den nächsten Tagen müssen wir Mantel und Schal mitnehmen, wenn wir ausgehen >>, meinen sie lachend und verziehen sich zurück ins Café.

Muss die Strafe sein?

Eine gemütlich warme Gaststube bietet Gastronom Chris Köblitz mit seiner << Schlosseule >>. Dass er seine Gäste zum Rauchen nach draußen schicken muss, versteht er nicht ganz: << Ich frage mich heute noch, warum beim Nichtraucherschutz sofort Strafe angedroht wird. Man kann miteinander reden. Ich habe mich als Raucher gern den Wünschen meiner Gäste angepasst.

>> Andere Füssener Gastronomen sehen das neue Gesetz positiver. Die Gästezahlen seien jedenfalls nicht zurückgegangen, berichtet Bedienung Nadine Paula vom Café << Brunners >>: << Das Rauchverbot wird hier auch von Rauchern wohlwollend angenommen. >>

Beim << Olivenbauer >> ist das Rauchverbot nicht nur unter den Gästen umstritten. Vor allem Rauchern, die abends noch ein Bier trinken wollten, gefalle das Verbot nicht, berichtet eine Angestellte, die selbst das strenge Rauchverbot in Speiselokalen aber für angebracht hält. Eigentümer Rainer Jörg meint dagegen: << Jeder Gastronom sollte die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden. >>

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