Reitsport
Füssener Reiter berichten von der vielen Arbeit rund um die Organisation eines Turniers

Turnieren ist das alte, mittelhochdeutsche Wort für Pferde wenden oder drehend bewegen. Von ihm stammt der Begriff Turnier als Bezeichnung für aufwendig organisierte Kampfspiele mittelalterlicher Ritter. Heute gibt es in vielen Disziplinen Turniere. Trotzdem blieb das Wort eng verbunden mit Pferden – und mit Aufwand. Denn bevor sich die Rösser quasi drehen und wenden können, müssen die Organisatoren rotieren.

Gerade für kleine Vereine ist das eine große Aufgabe. Ein Beispiel ist der Reitverein Füssen mit rund 120 Mitgliedern. 'Wovon jedoch viele nur Unterstützer sind und nicht aktiv reiten.

Das verkleinert den Helferkreis', sagt Vorsitzender Michael Berger. Trotzdem organisieren er und sein Team heuer zum zweiten Mal ein Reitturnier. 'Bis 1995 hat der Verein viele ausgerichtet', erzählt Berger. Dann jedoch gab es wegen des Aufwands keins mehr – bis zum Jubiläumsturnier anlässlich des 50-jährigen Bestehens 2011.

Und das lief so gut, dass am Wochenende die Neuauflage folgt.

Aber warum eigentlich, bei soviel Arbeit? 'Um Routine bei der Organisation zu bekommen und weil es den Zusammenhalt sehr stärkt', antwortet Berger und erinnert sich an vergangenes Jahr, als alle Freiwilligen nach Turnierende zusammensaßen – total fertig, aber stolz auf das Geschaffte.

Bereits im Herbst 2011 ging es von vorn los, mit der Anmeldung des neuen Turniers beim zuständigen Verband, sagt Berger und zählt auf, was sein rund 30-köpfiges Helferteam seitdem alles organisiert.

Seine lange Liste beinhaltet Dinge wie Richterwagen, Lautsprecher, Computer für die Meldestelle, Zeitmessanlage, Parkplatz, Gastronomie und jede Menge Arbeit vor, während und nach der Veranstaltung – vom Aufräumen über Parcoursaufbau bis Startnummernaufruf.

Sponsor aus Tansania meldet sich von selbst

Dazu kommt die Sponsorensuche, die laut dem Füssener nicht immer einfach ist. Aber so ein Turnier kostet eben Geld – zum Beispiel 200 Euro für jeden der drei bis vier Richter, etwa 250 Euro für den Parcourschef und rund 1000 Euro Abgaben an den Verband (der Betrag hängt von der Starterzahl ab).

Zudem müssen Tierarzt, Hufschmied, Arzt und Sanitäter vor Ort sein. Letztere allein kosten acht Euro pro Person und Stunde plus 50 Euro Anfahrt.

Und: Nicht zu vergessen, die Preise mit rund 2000 Euro. Die Sieger einiger Springprüfungen erhalten hier heuer etwas ganz Besonderes: Reisegutscheine nach Tansania, gesponsort von einer Farm für Reit-Safaris.

'Die haben uns von sich aus angeschrieben', sagt Berger. Neben den Sponsoren polstern die Startgelder der Teilnehmer die Vereinskasse auf. 220 sind bisher gemeldet. J

eder muss zwischen 6,50 und 11,50 Euro pro Prüfung zahlen. Gewinn wirft ein Turnier laut Berger aber nur ab, wenn in der Gastronomie viel verkauft wird. Dafür sind ein attraktives Programm und gutes Wetter nötig. Besucher anlocken soll unter anderem das Springen.

Die Disziplin ist rasanter als die Dressur und für Laien attraktiver. Für den Verein jedoch bedeutet sie allein wegen des Hindernisparcours mehr Aufwand und das bei weniger Startern (90 der 220).

Trotzdem soll es künftig alle zwei Jahre ein Turnier für beide Disziplinen geben. Nicht zuletzt, um Reitern aus der Umgebung einen Start zu ermöglichen. Denn gerade im südlichen Allgäu seien Turniere dünn gesät.x

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