Bundespräsident
Füssener Kommunalpolitiker freuen sich über Gaucks Kür als Bundespräsident

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Jetzt soll es also Joachim Gauck richten: Ein Bündnis aus Union, FDP, SPD und Grünen hat den parteilosen Pastor und früheren DDR-Bürgerrechtler zum Nachfolger des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff gekürt. Eine Wahl, die bei Politikern aller Couleur im Füssener Land gut ankommt. 'Das ist ein Signal, dass man den Bundespräsidenten nicht nach dem Parteibuch auswählen muss', freute sich Ilona Deckwerth, die Vorsitzende der Füssener SPD. 'Er wird ein Präsident der Bevölkerung sein – und nicht der Parteien', meint Vize- Landrat Hubert Endhardt (Grüne) aus Rieden am Forggensee.

Das glaubt auch Dr. Hans-Martin Beyer. Mit dieser Persönlichkeit werden sich die Bürger anfreunden, erwartet der Füssener CSU-Vorsitzende. Gauck wäre 'sicher auch bei seiner ersten Kandidatur wählbar gewesen', erinnert er an dessen Niederlage gegen Wulff im Jahr 2010. Dass Kanzlerin Angela Merkel nun umgeschwenkt sei, findet Beyers Beifall: 'Das gefällt mir ganz gut.'

Auch Petra Schwartz, die für die Grünen im Stadtrat sitzt, begrüßt die Kür, 'da mit Joachim Gauck eine unabhängig denkende und integre Persönlichkeit das Amt des Bundespräsidenten erhält'. Sie wünscht sich von ihm, 'dass er die Bestrebungen zu mehr Bürgerbeteiligung und direkter Demokratie unterstützt'.

Eines wird Gauck auf jeden Fall tun, glaubt Ilona Deckwerth: 'Er wird das Ansehen des Bundespräsidenten wieder stärken.' Denn dieses habe doch zuletzt arg gelitten – und damit auch das Ansehen der Politiker insgesamt, bis hinunter auf die örtliche Ebene. 'Es heißt doch: Die Politiker sind alle unglaubwürdig. Das trifft uns auch vor Ort.'

Das sieht Kreisrat Rudi Leinweber (FDP) anders: Die Politikverdrossenheit könne man sicher nicht auf die Bundespräsidenten zurückführen, sondern auf Politiker auf allen Ebenen. Gleichwohl ist er froh, dass sich die vier Parteien auf Gauck als gemeinsamen Kandidaten verständigt haben: 'Mir gefällt diese Wahl.'

Er halte ohnehin nichts davon, dass die Bundespräsidenten immer aus der Riege der Politprofis stammen sollten, sagt Leinweber. 'Warum sollte man nicht einmal einen Nobelpreisträger in dieses Amt wählen?'

Oder eine Nobelpreisträgerin, wenn’s nach Deckwerth ginge. Sie hat nun wirklich nichts gegen Gauck. Aber in naher Zukunft sollte endlich mal eine Frau bei der Besetzung dieses Amtes in Deutschland zum Zuge kommen.

Klar pro Gauck äußern sich Abgeordnete aus der Region: 'Ich finde es gut, dass man sich überparteilich verständigt hat', meint Stephan Stracke, der für die Region im Bundestag sitzt. Er habe Gauck als 'sehr authentische Persönlichkeit mit hervorragenden rhetorischen Fähigkeiten kennengelernt', so Stracke.

Gleichwohl stimmte er 2010 für Wulff – aber nicht gegen Gauck, versichert der CSU-Politiker. Der Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert hat Gauck vor Jahren kennen- und schätzen gelernt: 'Er ist ein sehr charismatischer Mensch, der mich tief beeindruckt hat.' Dass Kanzlerin Merkel 'nach zwei fatalen Fehlentscheidungen' nun auf Gauck setze, freut den SPD-Politiker. 'Als die Meldung im Fernsehen kam, habe ich gleich eine Flasche Rotwein aufgemacht.'

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