Füssener Gymnasiasten verändern Blickwinkel auf ihren Kleiderschrank

  • Foto: Alexandra Decker

Klamotten spielen für viele Jugendliche eine große Rolle – für circa 70 Zehntklässler des Füssener Gymnasiums jedoch seit geraumer Zeit auf andere Art. Sie beschäftigen sich seit Ende Februar im Kunstunterricht mit den Produktionsbedingungen in der Textilbranche.

Nach einer Aktion zusammen mit dem Weltladen in Füssen geht das Projekt nun in eine weitere Runde. Selber nähen ist angesagt. Upcycling Mode nennt sich das laut Kunstlehrerin Eva Andersson. Dabei werden getragene Sachen so umgenäht, dass sie anders aussehen und wieder getragen werden können.

'Das soll Lust machen, noch mehr zu nähen, und es geht darum, die Scheu vor der Nähmaschine zu verlieren', sagt Andersson. Es gebe aber ohnehin immer mehr Schüler, die selber handarbeiten. Nähen, Stricken oder Häkeln liegen im Trend – selbst bei manchen Jungs.

Diesem neuen Projekt sehen die Schüler mit Spannung entgegen. Doch was nahmen sie aus den bisherigen Wochen mit? 'Am Anfang dachte ich, so etwas passiert überall auf der Welt und es hat mich nicht interessiert', sagt der 17-jährige Francesco aus Füssen. 'Aber dann habe ich die Fakten gesehen – zum Beispiel, was der Hersteller verdient und was die Arbeiter und wie unfair das ist. Es wird auch viel mit Pestiziden gearbeitet und die Menschen haben kein sauberes Wasser.'

All das habe ihm die Augen geöffnet. 'Man sollte öfter solche Aktionen machen, um das Thema immer wieder aufzufrischen, damit es in den Köpfen der Menschen bleibt.'

'Ich glaube, am Anfang dachten alle, Fair-Trade-Kleidung ist nicht schön, das sind eher Lumpen', berichtet Teresa (17 Jahre aus Füssen). 'Ich habe mir vorher auch nie viele Gedanken über meine Klamotten gemacht. Mittlerweile habe ich auf einigen Seiten im Internet geschaut, auf denen Fair-Trade-Mode angeboten wird, und festgestellt, es gibt sehr schöne Sachen.'

Ihre Mitschülerin Mona (17 Jahre aus Seeg) pflichtet ihr bei: 'Ich habe das Thema am Anfang nicht so ernst genommen. Jetzt denke ich mehr über Kleidung nach und sehe, dass es gar nicht sein kann, dass eine Jeans nur 20 Euro kostet – es sei denn, irgendwer leidet darunter, Arbeiter oder Umwelt.'

Mehr zum Thema Fair-Trade-Kleidung und was die Schüler darüber sagen, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Füssen, vom 18.05.2017.

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