Schultheater
Füssener Gymnasiasten spielen «Haltestelle. Geister» von Helmut Krausser

Eigentlich wollten sie das Stück «Haltestelle. Geister» von Helmut Krausser schon vor zwei Jahren spielen. Doch damals zog der Leiter des Grundkurses Dramaturgisches Gestalten am Gymnasium Füssen, Uwe Favero, noch nicht so richtig mit: «Ich gebe zu, mir war das etwas zu heftig». So gab es vergangenes Jahr das leichte und luftige «Weiße Rössl am Wolfgangsee». Doch heuer setzten sich die Gymnasiasten durch und packten das schwierige, teilweise provokante und überhaupt nicht leichte Gegenwarts-Theaterstück an.

Und das in einem Jahr, in dem zwei Abiturjahrgänge anstehen und Lehrkräfte und Schüler durchaus auch anderes zu tun hätten als intensiv Theater zu proben. Einziges Zugeständnis: Wegen des Abiturstresses ist die Premiere schon am Sonntag, 6. Februar. Das passt auch mit Blick auf weitere Premieren am Gymnasium Füssen: Die «Kleinen» um ihre Lehrerin Susanna Nieradzik bringen im Juli zum Abschluss des Schuljahres ihr Stück «Alles wird Blut» auf die Bühne.

Und dazwischen, im April, muss noch der «Faust» sein. Denn Manuel Kunkel und David Czudnochowski sind absolute Klassiker-Fans. «Und einmal während der Schulzeit, da muss es einfach den Faust geben», sagt Manuel.

Er spielt aber auch jetzt im Grundkurs mit Schülern der Q11, Q12, K13 und Nachwuchstalenten der zehnten Klasse die «Haltestelle. Geister» von Helmut Krausser (siehe Info-Block). «Man muss es zwei, dreimal lesen, bevor man so richtig begreift, um was es geht», erklärt Christopher Dehn. «Es geht einfach darum, was man verpasst, wenn man nicht mehr da ist.» Es sei zwar ein schwieriges Stück, aber dennoch schön anzuschauen. Es sei ein provokantes und fesselndes Stück, aber mit ungeheurem Tiefgang.

Knallharte Textpassagen

Und die Gymnasiasten hoffen darauf, dass das Publikum nicht zu sehr Anstoß nimmt an knallharten Textpassagen. Immerhin haben die Theaterschüler das Stück in Klausur gekürzt und etwas entschärft, ohne ihm seinen Tiefgang zu nehmen. Und so kann es dann am 6. Februar losgehen mit dieser Geschichte, über die Helmut Krausser schrieb:

«Die Welt ist in Bewegung. Nur an den Haltestellen hält sie kurz inne, besinnt sich, bleibt sich ihrer ungewiss, geht fort.»

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