Special Ostern ÜBERSICHT

Ostern
Früher die Messe, heute Geschenke

Fahrräder, Spielekonsolen, Konzertkarten oder ein Last-Minute-Urlaub: Das sind die heutigen Ostergeschenk - früher war es ein Ei. Die Zeiten und die Einstellung zum höchsten Kirchenfest haben sich verändert. Einer, der sich mit dem Ablauf der Feiertage früher und heute bestens auskennt, ist Georg Grieser, der ehemalige Kurdirektor aus Schwangau.

Er steht im Garten und betrachtet die ersten Frühlingsblumen, die in seinem Beet sprießen. «Wissen sie, früher hat man noch gelernt, sich auch über die kleinen Dinge zu freuen - wir waren als kleine Buben wundergläubig und haben uns sogar über Ostereier gefreut», sagt er. Das sei verloren gegangen, auch die Bedeutung von Ostern habe sich stark verändert.

Früher, da begannen die Planungen fürs Fest schon an Neujahr, erzählt der 83-Jährige. «Wir haben beim Neujahrswünschen schon nachgefragt, wer denn Palmboschen bestellen möchte», erinnert er sich. Die Boschen bastelte der Vater, die Buben haben sie abgeliefert.

Auf die Palmen ist der Grieser Schorsch heute noch stolz: «Wir haben das ganze Material in den Lechauen gesammelt - es macht mich traurig, wenn ich jetzt in die Wüste blicke, die im Sommer der Forggensee ist.» Wer einen Palm gekauft hatte, dem brachten die Burschen dann auch das Osterfeuer. «Wir haben in den Häusern immer Ostereier bekommen, heute gibt man Geld.»

Auch die Kirche war damals ein wichtiger Teil des Festes - man ging, nach Ortsteilen getrennt, zur Betstunde und zur Osterbeichte, bei der Speisenweihe wurden sogar Brot und Salz für das Vieh gesegnet. «Man hat die Bräuche und die Kirche nicht infrage gestellt - es waren einfach feste Bestandteile des Festes und des Dorflebens», erzählt Georg Grieser. Heute messe man Ostern nicht mehr die gleiche Bedeutung zu - der Schwerpunkt habe sich weg von der tiefen Bedeutung und hin zum Schenken entwickelt.

«Ich möchte nicht wissen, was bei einer Umfrage herauskommt, in der es um die Bedeutung von Ostern geht - aber so geht eben alles seinen Weg», meint er und wehrt sich nicht gegen die «modernen Zeiten».

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