Geschichte
Flößermuseum Lechbruck feiert zehnjähriges Bestehen in der Lechhalle am Samstag, 16. Mai

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Es ist ein herausragendes Beispiel einer gelungenen Sanierung eines jahrhundertealten, denkmalgeschützten Gebäudes: Das Flößermuseum Lechbruck zeigt, was mit Engagement und der Initiative vieler Bürger möglich ist. In diesem Jahr feiert das Flößermuseum sein zehnjähriges Bestehen. Es war ein langer Weg mit Herausforderungen, Hürden und viel Arbeitsaufwand.

Die Gemeinde Lechbruck erwarb 1994 das Krummschneider-Dodl-Haus. Das um 1645 errichtete, unter Denkmalschutz stehende Gebäude, war dem Verfall nahe. Eines der ältesten Häuser Lechbrucks als Zeitzeugen zu erhalten und in ihm ein Museum einzurichten mit dem Ziel, eine Vorstellung vom Leben der Vorfahren an künftige Generationen zu vermitteln, war der Plan, die der Flößerverein und die Gemeinde verfolgten.

1995 gründete ein Dutzend Bürger aus Lechbruck den Flößerverein Lechbruck. Ziel des Vereins war und ist, die Gemeinde Lechbruck als Träger des Flößermuseum durch die ideelle und finanzielle Förderung beim Aufbau, Unterhalt und Betrieb des Museums zu unterstützen. Heute zählt der Verein 96 Mitglieder.

1997 begannen die Sanierungsarbeiten. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege war sich anfangs nicht sicher, ob es sich überhaupt lohnt, Geld für eine Restaurierung zur Verfügung zu stellen. Doch der Flößerverein ließ nicht locker. 'Als wir einen Nachweis über einen Teil der Finanzierung und einen Plan für alle Arbeiten, die unentgeltlich geleistet werden können, gebracht hatten, gab das Denkmalamt grünes Licht für eine Sanierung des einsturzgefährdeten Gebäudes', erläutert der erste Vorsitzende Dietmar Hollmann.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege schrieb im April 2000: 'Die jeweiligen Arbeiten – Holz, Putz, Steinarbeiten – wurden mit äußerster Sorgfalt und mit hervorragendem Ergebnis ausgeführt. Die laufende Sanierung des Gebäudes kann von der Sensibilität der Planung und von der Ausführung der Arbeiten her mit Sicherheit als herausragendes Beispiel einer Instandsetzung gewürdigt werden.'

Sechs Jahre nach Beginn der Sanierungsarbeiten war der Großteil der Ausstellung fertiggestellt, 2005 feierte der Flößerverein die offizielle Eröffnung. 'Die freiwilligen, engagierten Helfer leisteten über 5.000 Arbeitsstunden. Bei der Sanierung wurde größter Wert auf den Einsatz alter Hölzer und Materialien im sichtbaren Bereich gelegt, um dem ursprünglichen Zustand möglichst nahezukommen', erzählt Vorstandsmitglied Ingrid Kahlert.

'Die größte Herausforderung war jedoch, das Denkmalamt zu überzeugen, das Gebäude zu erhalten. Denn ohne seine Genehmigung durften wir nicht mit den Sanierungsmaßnahmen beginnen. Das Dach und teilweise tragende Bauteile waren extrem stark beschädigt. Einen Winter länger hätte das Gebäude wahrscheinlich nicht überstanden.'

Viel Überzeugungsarbeit war notwendig. Doch dann erhielt der Flößerverein die beste Unterstützung vom Landesamt für Denkmalpflege. 'Ohne die Mithilfe unserer Vereinsmitglieder wäre ein reibungsloser Ablauf im normalen Museumsbetrieb und bei den Veranstaltungen nicht möglich.

Die Besucherzahlen steigen mit jedem Jahr, auch die Anzahl der Führungen. Und das Museum wird dabei immer sehr gelobt. Viele Besucher kommen nicht nur einmal und es wird gerne weiterempfohlen. Auch die auftretenden Künstler sind vom Museum und der Atmosphäre begeistert. 'Wir bekommen viele Anfragen, worüber wir uns freuen', erzählt Dietmar Hollmann. 2.843 Besucher zählte der Verein im vergangenen Jahr. Das Flößermuseum Lechbruck hat sich über den Landkreis hinaus einen Namen gemacht.

Zehn Jahre sind nun vergangen. Zehn Jahre aktive Museumsarbeit mit Führungen, Kinderprogramm und sonstigen Aktivitäten. Die Abteilungen 'Lech/Wald' und 'Lechbruck nach der Flößerei' wurden mit neuen Einbauten ergänzt. Am Samstag, 16. Mai, feiert der Förderverein den Geburtstag mit einem Jubiläums­programm von 14 bis 18 Uhr in der Lechhalle Lechbruck.

  • 14.30 Uhr Werdegang des Flößermuseums mit Präsentation in Bild und Wort
  • 15 Uhr Vortrag 'Der Lech – Wandel einer Flusslandschaft' mit Peter Nasemann aus Hohenschwangau
  • 15.15 Uhr Vortrag 'Lechg'schichten' mit Annemarie Fichte aus Landsberg
  • 16 Uhr Vortrag 'Lechflößerei' mit Prof. Dr. Karl Filser aus Augsburg
  • 16.30 Uhr Musik
  • 16.45 Uhr Vortrag 'Flößerg’schichten' mit Herbert Sieber
  • 17.15 Uhr Vortrag 'Der Lech' mit Hans Schütz aus Peiting.

Moderator: Stefan Fichtl, musikalische Umrahmung: Flößermusi mit Gabi und Rudi Wörmann, Ly und Willi Frankl. Eintritt frei. Weitere Infos gibt es unter www.floesser-lechbruck.de.

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