Fiskus
Finanzamt Füssen braucht heuer länger für die Steuerberechnung

Wer eine erhoffte Steuererstattung für den Pfingsturlaub eingeplant hat, muss sich möglicherweise gedulden. Denn der Fiskus braucht heuer länger. 'Im Schnitt muss derzeit mit einer Bearbeitungsdauer von 50 bis 60 Tagen gerechnet werden', sagt Behördenleiter Maximilian Stock.

Er bedauert die Verzögerungen, verweist aber auf 'höhere Gewalt'. Wegen mehrerer langfristiger Personalausfälle arbeiteten die übrigen Mitarbeiter am Anschlag. Im Bereich der Arbeitnehmerveranlagung sei ein Drittel der Belegschaft im Krankenstand. 'Mit der internen Personalplanung kann das nicht mehr aufgefangen werden', sagt Stock. Aushilfen von außen gebe es nicht. Letztlich müssen deshalb die Steuerbürger länger als die sonst üblichen durchschnittlichen 40 Tage auf eine Bearbeitung warten. 'Wir tun unser Mögliches, um diesen Anliegen gerecht zu werden', so Stock.

Bei der Belegschaft gibt es nach Informationen der AZ bereits Unmut. Kritisiert wird vor allem, dass die bayerische Finanzverwaltung zu wenig Personal zur Verfügung stellt. Dennoch werde das eine oder andere Pilotprojekt am Finanzamt Kaufbeuren vorangetrieben. Im Zentrum des Ärgers stehen auch die Digitalisierungsprozesse. So müssten auf Papier eingereichte Steuererklärungen elektronisch eingelesen (gescannt) werden. Bereits seit Beginn 2010 fungiert die Kaufbeurer Behörde hier als Pilotamt.

Zudem ist der Fiskus seit 2011 verpflichtet, die Daten der eingehenden Erklärungen durch einen 'Risikofilter' laufen zu lassen. Das Programm reagiert bei Auffälligkeiten sofort mit Nachfragen – mal berechtigt, zur derzeitigen Anlaufphase häufig aber auch unbegründet.

Behördenleiter Stock betont, dass er sich dieser Probleme und der Arbeitsbelastung bewusst sei. Er nehme die Anliegen sehr ernst und hoffe in einigen Bereichen auf baldige Abhilfe. Eine Aufstockung sei aber frühestens im Herbst möglich.

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