Abschied
ESVK trauert um Xaver Unsinn

Mucksmäuschenstill war es am Freitagabend um 19.30 Uhr im Kaufbeurer Eisstadion kurz vor Anpfiff der Zweitligapartie des ESVK gegen Dresden. Bei der Gedenkminute für den am Mittwoch im Alter von 82 Jahren verstorbenen früheren Bundestrainer Xaver Unsinn wurde an einen Mann erinnert, dem das deutsche, aber auch speziell das Kaufbeurer Eishockey sehr viel zu verdanken hat.

Der damalige ESVK-Vorsitzende A. P. Krekel engagierte den 31-jährigen Xaver Unsinn für die Saison 1960/61 als Spielertrainer. Bis 1962 bildete er eine Sturmreihe mit Alfred Hynek und Reinhold Rief.

Nachdem der ESVK kurz nach Gründung der Eishockey-Bundesliga aus dieser wieder abgestiegen war, sorgte Unsinn für den sofortigen Wiederaufstieg und schaffte es, den Klub dort zu etablieren. Danach war er noch bis 1966 Trainer des ESVK. In Unsinns letzter Saison als Coach 1965/1966 stellte Kaufbeuren mit Manfred Hubner sogar den Bundesliga-Torschützenkönig.

Im Jahr 1976 errang die von 'Mr. Eishockai' betreute Nationalmannschaft sensationell die olympische Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Innsbruck. Vier ESVK-Zöglinge aus den 1960er Jahren beim ESVK berief er dabei in die erfolgreiche Nationalmannschaft 1976, und zwar Erich Weishaupt, Wolfgang Boos, Stefan Metz und Walter Köberle.

Mit einer vierjährigen Unterbrechung war Unsinn bis 1990 Bundestrainer und holte in dieser Zeit auch immer wieder Kaufbeurer in die Auswahl, wie zum Beispiel die 'Stadtmauer', bestehend aus den Verteidigern Manfred Schuster und Dieter Medicus.

Auch bei der Stadtolympiade

Die Stadtolympiade Kaufbeuren schaffte es 1983 sogar, dass Xaver Unsinn als amtierender Bundestrainer bei ihrer sechsten Veranstaltung vorbeischaute. 'Er interessierte sich dabei besonders für das Straßenhockey-Turnier, von dem auch das ZDF einige Aufnahmen zeigte', erinnert sich Stadtolympiade-Gründer Karl Ilgenfritz.

Nach Abschluss des ersten Wettkampftages am 2. Juli 1983 habe in kurzweiliger Runde mit den ZDF-Mitarbeitern eine weitgehend sportfachlich geprägte Unterhaltung mit dem Bundestrainer stattgefunden. 'Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich von den Altvorderen Xaver Unsinn, Willi Penz und A. P.

Krekel die Entwicklungsgeschichte des Kaufbeurer Eishockeys vermittelt bekam', so Ilgenfritz und fügt hinzu: 'Xaver Unsinn, der als Spieler, Trainer und Mensch – fernab aller Erfolge – die Kaufbeurer begeisterte, wird nicht vergessen werden.'

Die Trauerfeier findet am Dienstag um 11.30 Uhr in der Aussegnungshalle auf dem Waldfriedhof Füssen statt.

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