Jubiläum
Erinnerung an literaturgeschichtliche Bedeutung in Füssen und Schwangau

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  • Foto: Akademie der Künste Berlin/ Hans-Werner-Richter-Archiv/Foto: Heinz H. Naumann;
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Vor 70 Jahren, am 6. und 7. September 1947, war die Geburtsstunde der Gruppe 47, dieser Schriftstellergemeinschaft ohne Vereinsstatut und Generalsekretär: In Ilse Schneider-Lengyels Haus am Bannwaldsee trafen sich 17 ehemalige Mitarbeiter der Zeitschrift 'Ruf'. Diesem Ereignis widmen die Stadtbibliothek Füssen und das Kulturfestival 'september-phase' in Schwangau Veranstaltungen, um an die literaturgeschichtliche Bedeutung zu erinnern.

War die Zusammenkunft eigentlich als Redaktionstreffen einer neuen Literaturzeitschrift geplant, gilt sie heute als Gründungsveranstaltung der später so legendären Schriftstellertreffen rund um deren Initiator und Spiritus rector Hans Werner Richter.

In der Folge lud er 20 Jahre lang Schriftsteller, Kritiker, Verleger und Redakteure zu den immer stärker in den öffentlichen Fokus rückenden Tagungen ein. Dabei gab es keine feste Mitgliederstruktur der in unterschiedlicher Besetzung und an wechselnden Orten stattfindenden Treffen.

Die Spielregeln: Der vortragende Autor las aus einem bislang noch nicht veröffentlichten Text, sein Vortrag durfte nicht länger als 20 Minuten dauern und anschließend musste er sich der offenen, teilweise scharfen und spontan geäußerten Kritik der Anwesenden stellen.

Manch junger Autor bekam erst durch die Einladung Richters oder die Auszeichnung mit dem 'Preis der Gruppe 47' die nötige Aufmerksamkeit. Mit der wachsenden Öffentlichkeitswirkung wurde die Gruppe 47 zunehmend als Repräsentant der deutschen Nachkriegsliteratur wahrgenommen.

Der damit einhergehende Medienrummel, der wachsende Einfluss professioneller Literaturkritiker und die lauter werdenden Reformdebatten innerhalb der Gruppe haben letztlich deren Ende im Jahr 1967 eingeleitet.

Stadtbibliothek

Martin Harbauer liest am Montag, 11. September, ab 18:15 Uhr Autoren der Gruppe 47 in der Orangerie der Stadtbibliothek Füssen. Die bekanntesten deutschsprachigen Autoren waren dabei: Heinrich Böll, Erich Fried, Barbara Frischmuth, Günter Grass, Martin Walser, Peter Handke, Siegfried Lenz, Peter Härtling und viele mehr.

Weiter geht es am Mittwoch, 20. September, 19:30 Uhr mit Paul Celan und Ingeborg Bachmann – eine Beziehung mit tragischem Glanz, nachgezeichnet von Publizist und Rezitator Gerd Berghofer.

Der Literaturtreff findet am Dienstag, 26. September, ab 10.30 Uhr mit dem Themenschwerpunkt Gruppe 47 statt. Eine Autorenlesung und ein Literaturgespräch über die abenteuerliche Reise der Gruppe 47 gibt es am Donnerstag, 28. September, ab 20 Uhr.

April 1966: Während in Vietnam der Krieg tobt und Mao die Kultur 'revolutioniert', machen sich die wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Kritiker auf, um an der amerikanischen Ostküste über Literatur zu diskutieren. Jörg Magenau zeichnet ein Porträt dieses Wochenendes im Jahr 1966, das mehr war als nur ein Gipfeltreffen der deutschsprachigen Literatur.

Im literarischen Gespräch werden Dr. Kay Wolfinger, Literaturwissenschaftler an der LMU München, und Jörg Magenau, Literaturkritiker und erfolgreicher Autor mehrerer Sachbücher, Hintergründe und Nachwirkungen der Gruppe 47 deutlich machen. Infos unter www.stadt-fuessen.de.

Kulturfestival

Mit der Ausstellung 'Ich bin als Rebell geboren' nebst Katalog und einem Rahmenprogramm will das Kulturfestival in Lesungen, Gesprächen, Vorträgen, Filmen und einem Symposium Leben und Werk der außergewöhnlichen Künstlerin nachspüren.

Die Kuratierung übernahm das Frankfurter Kulturbüro Drummer und Arns Historiker GbR. Am Mittwoch, 6. September, 20 Uhr, findet auf Schloss Bullachberg eine interaktive szenische Lesung 'Zu Gast bei Ilse Schneider-Lengyel' zum 70. Gründungsjubiläum der Gruppe 47 mit Rebecca Mack von Elmenau, Dipl. Dramaturgin Univ. und Mitgliedern des Ensembles 'Das Hoftheater' statt.

Am Freitag, 29. September, liest Michael Krüger aus ­Gedichten und Briefen von und an Ilse Schneider-­Lengyel. Musikalische Umrahmung durch die Füssener Kammersolisten unter der Leitung von John A. Westerdoll. Am Samstag, 30. September, 9 bis 17 Uhr gibt es das 'Symposium Ilse Schneider-Lengyel' – Leben und Werk im Kontext der Zeit.

Und um eine künstlerische Annäherungen an Ilse Schneider-Lengyel geht es am Samstag, 30. September, ab 20 Uhr. Infos und Anmeldung in der Tourist-Info Schwangau, www.schwangau.de.

Autor:

Redaktion extra aus Kempten

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