Bergsteigen
Erfolgreiche Expedition auf den Manaslu: Vortrag am 22. Februar im Schlossbrauhaus Schwangau

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Ihren siebten Achttausendergipfel ohne Verwendung von künstlichen Sauerstoff haben Luis Stitzinger und Alix von Melle bewältigt: Im September gelang ihnen die Besteigung des 8.163 Meter hohen Berges Manaslu in Nepal.

Sie sind das erfolgreichste Bergsteigerehepaar Deutschlands: Alix von Melle und Luis Stitzinger. Im September haben die beiden ihren siebten Achttausender ohne Verwendung von künstlichem Sauerstoff bestiegen. Mit einem Team des deutschen Expeditionsveranstalters Amical alpin, dessen Leiter der Allgäuer Bergführer war, waren die 46-Jährige und der 48-Jährige am 30. September auf den Gipfel gelangt.

135 Besteigungsgenehmigungen – so viele, wie noch nie zuvor – wurden laut dem Tourismusministerium in Nepal im Herbst 2017 an ausländische Expeditionen vergeben. Verhältnisse, wie man sie normalerweise nur vom Mount Everest kennt.

Auf dem Gipfel allein

Jedes Expeditionsteam umfasst durchschnittlich acht bis zwölf Bergsteiger. Der plötzliche Ansturm erklärt sich durch die provisorische Sperrung Tibets im Nachmonsun, mit so beliebten Zielen wie Cho Oyu (8.201 Meter) und Shisha Pangma (8.027 Meter), die dem Manaslu normalerweise den Rang ablaufen. Aber auch damit, dass viele Veranstalter den Manaslu für sich als vermeintlich leichte Alternative entdeckt haben. 'Wir nehmen an, dass sich in der Hochphase der Besteigung etwa 350 bis 500 Bergsteiger im Manaslu Basislager auf 4.900 Metern aufhielten', sagt Luis Stitzinger. 'Zum Glück haben die uns aber kaum gestört, da wir zeitlich etwas später dran waren und den Gipfel fast für uns allein hatten.'

Dabei geriet der Berg zuletzt 2012 durch eines der größten Lawinenunglücke des Himalayas in die Schlagzeilen, bei dem elf Menschen den Tod fanden. Just in jenem Jahr hatten die chinesischen Behörden das erste Mal überraschend die Grenzen nach Tibet geschlossen und für einen Massenansturm am Berg gesorgt. 'Lawinengefahr war diese Saison aber kein Thema', erklärt Alix von Melle. 'Eine anhaltende Schönwetterphase sorgte für wenig Neuschnee und stabile Verhältnisse an dem sonst wettertechnisch so schwierigen Berg. Und vermutlich für einen neuen Besteigungsrekord.' Doch die außergewöhnlichen Verhältnisse dürfe man nicht als normal ansehen. Zukünftig werde es auch wieder schneereichere Zeiten und drohende Lawinengefahr am Berg geben.

Im zweiten Anlauf konnten sie nun den Gipfel erreichen: 'Besonders unsere Freunde vom ersten Versuch 2012 am Manaslu haben sich sehr für uns gefreut, dass es dieses Mal so gut geklappt hat und wir gesund und ohne Blessuren zurückgekehrt sind.

Höhenbergsteigen

Die Entwicklung, dass sich das Höhenbergsteigen zu einem regelrechten Trend entwickelt hat und dabei die Sportler häufig künstlichen Sauerstoff verwenden, sehen die beiden mit gemischten Gefühlen: 'Das Höhenbergsteigen ist nicht mehr, wie noch vor 20 Jahren, einer elitären kleinen Gruppe von Extrembergsteigern vorbehalten, und das ist schön so. Jeder hat das Recht, diese atemberaubende Welt kennenzulernen. Kritisch sehen wir allerdings den Trend, dass sich viele Bergsteiger nach dem Motto 'heute die Zugspitze und morgen der Everest' sehr unvorbereitet an das Thema heranwagen, ohne zuvor ausreichend eigene Erfahrung gesammelt zu haben. Sie vertrauen dann blind auf professionelle Hilfe.

Gerade künstlicher Sauerstoff spielt hier eine zweifelhafte Rolle. Neben dem fragwürdigen sportlich-ethischen Aspekt – die Verwendung von künstlichem Sauerstoff macht aus einem Achttausender einen Sieben- oder gar Sechstausender – kann dabei auch viel schieflaufen. Konditionelle oder gesundheitliche Probleme, die ohne dessen Verwendung wesentlich früher aufgefallen wären, werden so in die Gipfelregion verlagert. Dort kann aber kaum mehr jemand rechtzeitig helfen, Unfälle verlaufen leider oft genug tödlich.'

Planungen für das Jahr 2018 haben die beiden bereits. Nach zwei Jahren Flaute, bedingt durch das Erdbeben im Himala, das die Besteigung des Everests verhinderte und Verletzungen im Jahr 2016 war der Manaslu ein 'gelungener Wiedereinstieg'. So hat sie der Erfolg sehr gefreut und bestärkt, auch 2018 mit den Expeditionen weiterzumachen.

'Wir haben uns noch nicht ganz festgelegt, zur Wahl stehen zwei Ziele für 2018: Im Frühjahr der Makalu mit 8.485 Metern in Nepal oder im Sommer der Gasherbrum I mit 8.068 Metern in Pakistan. Beide Projekte würden uns sehr gut gefallen, die Entscheidung hängt mehr davon ab, wann wir uns besser freimachen können.'

Am Donnerstag, 22. Februar, werden die beiden im Schlossbrauhaus Schwangau bei ihrem Vortrag '7 mal 8.000 – Zwischen Gewitterinferno und Gipfelglück' über ihre Erlebnisse am Manaslu berichten.

Autor:

Redaktion extra aus Kempten

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