Landschaftspflege
Englischer Garten in Schwangau soll neu erblühen

Den Münchner kennt so gut wie jeder. Der Schwangauer ist nicht nur den meisten unbekannt, er liegt derzeit auch noch im Dornröschenschlaf. Die Rede ist vom 'Englischen Garten'. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er am Fuße Schloss Hohenschwangaus angelegt. Heute ist vom ursprünglichen Charakter des schwabenweit einzigartigen Lustgartens wenig übrig geblieben. Doch das soll sich nun ändern. Seit gestern wird im Schwanseepark fleißig gesägt, damit der "Englische Garten" in altem Glanz erstrahlt.

Dass die Arbeiten ausgerechnet bei eisigen Temperaturen über die Bühne gehen, hat seinen Grund, erklärte Michael Degle. 'Die Streuwiesen sind nur wenig belastbar, daher werden die Maßnahmen bei gefrorenem Boden durchgeführt', so der studierte Landschaftsarchitekt.

Degle arbeitet hauptamtlich für die Bayerische Schlösserverwaltung und betreut das Projekt im Auftrag des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) als Parkbesitzer. Ziel sei, nach und nach einzelne Bäume und Sträucher so zu entfernen, dass später die ursprünglichen Sichtachsen – etwa auf Schloss Neuschwanstein – beim Gang durch den Park wieder frei sind.

Und so funktioniert ein Landschaftsgarten: 'Man geht einen Weg entlang, biegt in eine Kurve ab und blickt auf etwas Neues', veranschaulicht Degle.

'Wir wollen den Park auch für künftige Generationen erhalten', nennt Günter Meyer vom WAF einen Grund, warum der 'Englische Garten' wiederbelebt werden soll. 'Wir werden aber keinen Baum aus wirtschaftlichen Gründen fällen', versichert er. Im Gegenteil, ergänzt Degle: 'Es ist im Sinne des Naturschutzes. Die Wiesen werden wieder freigelegt. So finden seltene Pflanzen und Tierarten einen Lebensraum.' Ohnehin würden alte und wertvolle Bäume nicht gefällt.

Der Park verbirgt so manches Schmankerl: Etwa eine Reitschule (siehe Grafik), die seit längerer Zeit überwuchert ist. 'Es ist auch unser Ziel, dass wir später die Reitbahn wieder zeigen können', verrät Günter Meyer vom WAF. 'Es gibt in ganz Schwaben keine vergleichbare Anlage in dieser Dimension und Qualität', schwärmt Degle.

Bei dem rund 60 Hektar großen Park gibt es noch einiges zu tun. Ein Grund, warum diese Woche nur zwei der zahlreichen Sichtachsen freigelegt werden sollen. Die anderen, so Degle, folgen in den kommenden Jahren. Zudem kümmere sich laut Degle ab diesem Sommer Josef Freuding vom Landschaftspflegeverband des Landkreises um die Feinarbeit und starte mit der Entbuschung des Parks.

Gemeinderäte vorab informiert

Bevor es gestern losging, hatte Degle die Pläne am Montagabend im Schwangauer Gemeinderat vorgelegt. Dort stießen seine Ideen auf fruchtbaren Boden, zumal Umwelt- und Denkmalschutz von Anfang an am Projekt beteiligt waren.

Lediglich Christoph Helmer (CSU) wollte wissen: 'Zieht sich das jetzt über Jahre hin und hört nie auf?' Eine Frage die Degle nur bestätigen konnte: 'Richtig. Jeder vernünftige Wald braucht regelmäßige Pflege.' Die größeren Fällarbeiten sollen aber noch diese Woche abgeschlossen werden.

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