Ausstellung
Einblick in die Dreharbeiten vor über 50 Jahren

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Ab Oktober zieht ein Hauch von Hollywood nach Füssen. Anlässlich der Uraufführung des Kinofilms 'Gesprengte Ketten', vor genau 50 Jahren, zeigt das Museum der Stadt Füssen in Kooperation mit Bavaria Film eine Sonderausstellung.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1944 fand die größte Fluchtaktion aus dem Kriegsgefangenenlager der deutschen Luftwaffe 'Stalag Luft III' in der polnischen Stadt Zagan statt, bei der 87 Gefangene durch einen Tunnel zunächst fliehen konnten. Doch da der Tunnel um etwa zehn Meter zu kurz war, befand sich sein Ausstieg nicht wie geplant im angrenzenden Wald, sondern noch im Lagerbereich, der von Scheinwerfern ausgeleuchtet wurde.

Die Flucht wurde von der Wachpatrouille entdeckt, elf Gefangene sogleich im Wald gefasst. Vier Piloten schlugen sich nach Breslau durch, nahmen einen Zug Richtung Norden, um nach Norwegen zu gelangen. Sie wurden jedoch in Flensburg gefangen genommen und drei Tage später von der Gestapo erschossen. Nur drei der 76 Flüchtigen erlangten die Freiheit, 50 Gefangene wurden auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers ermordet, die anderen wieder in Lager deportiert.

Im Roman von Paul Brickhill 'The Great Escape' sah der bekannte Hollywood-Regisseur John Sturges einen fesselnden Stoff für einen Kinofilm. Er gewann für sein neues Filmprojekt internationale Filmstars wie Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, Charles Bronson und James Coburn. Der Film wurde weltweit zu einem Kassenerfolg und zählt heute zu den großen Kriegsfilm-Klassikern.

Er stellt eine Hommage an den 'unbezwingbaren Geist' der Menschen für die Freiheit dar. Obgleich der Massenausbruch für fast alle tragisch scheiterte, nur drei Männern gelang die Flucht, konnte der Freiheitsdrang nicht besiegt werden. Die Bavaria Filmstudios in München boten die idealen Voraussetzungen für die Dreharbeiten. Im angrenzenden Perlacher Forst wurde das Kriegsgefangenenlager originalgetreu nachgebaut.

In Koopperation mit Bavaria Film erinnert das Museum der Stadt Füssen in einer Sonderausstellung an die Dreharbeiten des Hollywood-Teams unter der Regie von John Sturges in der Altstadt Füssen und dem Füssener Land. In den etwa sechs Wochen der Dreharbeiten logierten die Hollywoodstars Steve McQueen, Charles Bronson und James Coburn und das gesamte Filmteam in Hotels in Füssen, Hohenschwangau, Hopfen und Speiden.

Die Füssener Altstadt wurde zurück in die Zeit des 2. Weltkriegs verwandelt. Dies war nicht all zu schwierig, denn 1962 war die Patina einer angegrauten mittelalterlichen Stadt noch fast durchgängig erhalten. Der Bahnhof, die engen Gassen in der Altstadt, die Dachlandschaften boten ideale Kulissen für die Verfolgungsjagden.

Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger spielten als Statisten mit oder beobachteten die Dreharbeiten von den Dächern der Spitalgasse. In bisher unveröffentlichten Fotos von den Dreharbeiten wird die Filmatmosphäre am Kappenzipfel oder in der Drehergasse anschaulich eingefangen. Fotos wie auch Requisiten von den Bavaria Filmstudios erzeugen einen lebendigen Eindruck der damaligen Filmproduktion.

Ein sensationelles Exponat der Ausstellung stellt das originale Motorrad – eine Triumph TR6 Baujahr 1962 – dar, das als Ersatzmotorrad bei den Dreharbeiten mitgeführt wurde. Ein englischer Film-Enthusiast entdeckte es in Großbritannien und bringt es nun als Leihgabe in die Ausstellung.

Aber auch der Baseball, den Steve McQueen dem Besitzer der Pension Pergola in Hopfen schenkte, ist ein beredtes Ausstellungsstück, symbolisiert er doch den Drang und den unbezwingbaren Willen von Captain Virgil Hilts, gespielt vom Hollywoodstar Steve McQueen, zur Freiheit.

Und in der Ausstellung werden Filmausschnitte der Verfolgungsjagd durch die Gassen der Altstadt, der Szene im französischem Cafe, der Flucht im Ruderboot und natürlich der wilden Motorrad-Verfolgung an die 'Schweizer Grenze', die zwischen Pfronten und Weißensee verlief, gezeigt.

Ausstellungsdauer: bis 5. Januar. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, November und Dezember: Freitag bis Sonntag, 13 bis 16 Uhr. Ab 20. Dezember Dienstag bis Sonntag 13 bis 16 Uhr.

Autor:

Redaktion extra aus Kempten

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