Pilotprojekt
Ein Vorbild für die Diözese

Mehr Aufgaben, aber immer weniger Priester: Eine Rechnung, die auf Dauer nicht aufgeht. «Man hat gemerkt, dass man personell und finanziell an Grenzen stößt», sagt Georg Rehm. Als Dekanatsreferent war er von Anfang an am Pilotprojekt in Füssen beteiligt, um die Arbeit in den Pfarreien besser aufeinander abzustimmen. Eines der Hauptziele war, Priester zu entlasten, damit sie nicht von der Verwaltung gefesselt werden und sich wieder mehr um die Seelsorge kümmern können. Heute endet das Projekt offiziell. Die positiven Erkenntnisse daraus sollen in anderen Teilen der Diözese übernommen werden. Doch noch herrscht nicht überall Begeisterung über die neue Zusammenarbeit.

«Seelsorge und Verwaltung als zwei Lungenflügel» - so bildhaft beschreibt Prälat Karlheinz Knebel das 2007 in Leben gerufene Pilotprojekt im Dekanat Füssen. Das Ziel: Die Seelsorge sollte stärker vernetzt, Initiativen besser abgestimmt und die Verwaltung gestrafft werden. So sollen mehr Menschen erreicht und zugleich die Mitarbeiter entlastet werden.

Mittlerweile kann Rehm auf einige Erfolge zurückblicken: etwa die Gründung der Füssener Tafel im Jahr 2008. «Wir haben damals geholfen, die Menschen zusammenzuführen und auch bei der Suche nach Räumlichkeiten Unterstützung geleistet», sagt Rehm nicht ohne Stolz.

Aber auch das «Firmcamp» in Violau (wir berichteten), an dem 150 Jugendliche des Dekanats teilgenommen hatten, sei ein voller Erfolg gewesen und habe die gute Zusammenarbeit bewiesen. Dennoch gebe es weitere offene Baustellen auch nach Ende des Pilotprojekts. «Es gibt ab und zu noch Spannungen zwischen einzelnen Interessen in den Pfarreien. Noch sind nicht alle bereit zu diesem gemeinsamen Denken», bedauert Rehm. Er hofft aber, dass dieses «Kirchturmdenken» bald überwunden werden kann.

Das jetzt beendete Pilotmodell soll nun anderen Teilen der Diözese Augsburg als Vorbild dienen. «In Marktoberdorf werden seit 1. Januar die in Füssen gewonnenen Erfahrungen weitergegeben», sagt Dr. Armin Ruf, der als Referent für Gemeindeentwicklung für das gesamte Ostallgäu zuständig ist.

Dies ginge allerdings nicht von heute auf morgen: «Man will die gewachsenen Strukturen langsam verändern.» Auf Verwaltungsseite habe sich aber schon einiges getan. Seit Jahresbeginn sei das Füssener Dekanatsbüro auch für Marktoberdorf zuständig. Die pastorale Ebene - also die Zusammenarbeit einzelner Pfarreien - befinde sich gerade im Aufbau, erklärt Ruf. Wann und wo weitere Teile der Diözese Augsburg das Modell übernehmen, ist bislang noch offen. (ff)

Der Abschluss des Pilotprojekts wird am heutigen Donnerstag ab 18.30 Uhr in St. Nikolaus (Pfronten) bei einer Vesper mit anschließendem Festakt gefeiert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019