"Irgendwann muss Schluss sein!"
Ein Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet in Hopfen am See? BUND Naturschutz ist entsetzt

In Hopfen am See soll ein Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet entstehen. Der BUND Naturschutz ist dagegen. (Symbolbild)
  • In Hopfen am See soll ein Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet entstehen. Der BUND Naturschutz ist dagegen. (Symbolbild)
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Ausgerechnet in einem Landschaftsschutzgebiet bei Hopfen am See soll ein 4.000 Quadratmeter großer Parkplatz entstehen. Das geht aus einer Stadtratssitzung der Stadt Füssen hervor. 

Neuer Radweg entlang der See-Straße 

Auf dem Parkplatz am süd-östlichen Ortsausgang von Hopfen am See sollen demnach 100 Stellplätze entstehen. 10 davon für Wohnmobile, allerdings ohne Übernachtungsmöglichkeit. Grund für den Bau des Parkplatzes, der als Provisorium konzipiert wird, ist der aus Sicht der Stadt notwendige Bau eines Radwegs entlang der Ortsdurchfahrt.

Momentan befinden sich auf der Seeseite der Ortsdurchfahrt rund 60 Parkplätze, die wegen des neuen Radwegs zum Großteil wegfallen, so Felix Blersch von der Stadt Füssen. 

Zwei Auffangparkplätze

Um den Autoverkehr im Ort zu reduzieren, sollen zwei Auffangparkplätze angelegt werden. Zum einen der 4.000 Quadratmeter große Parkplatz im süd-östlichen Bereich gegenüber dem Firscherbichl, zum anderen an der Westseite des Ortes. Letzterer werde zu einem späteren Zeitpunkt konzipiert.

Umgesetzt werden soll der Auffangparkplatz im Landschaftsschutzgebiet süd-östlich des Ortes wohl im Jahr 2022. Laut Bürgermeister Maximilian Eichstetter soll der Parkplatz aber "in absehbarer Zeit" renaturiert werden. Felix Blersch von der Stadt Füssen auf Nachfrage: "Das Provisorium ist sinnvoll, da man den Parkplatz "nur" mit Kies aufschüttet. Die Renaturierung soll dann 2027 stattfinden." 

Was dieser Parkplatz an Kosten verursachen wird, ist derzeit noch nicht klar. "Wir befinden uns am Anfang der Planungsphase", so Blersch. Weitere Informationen zur Bauleitplanung gibt es auf der Homepage der Stadt. 

BUND Naturschutz: "Wir lehnen die Baumaßnahme ab!"

Der BUND Naturschutz unterstützt dieses Vorhaben mitnichten: "Wir lehnen jegliche Baumaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet rigoros ab!", sagt Walter Hundhammer. "So kann's nicht weitergehen!" Über Ausnahmen könnte man demnach bei Schulen oder Krankenhäusern sprechen, sofern Ersatzmaßnahmen erfolgen, da hier öffentliches Interesse besteht. 

"Irgendwann muss Schluss sein!"

Gefühlt sei der geplante Parkplatz seit 1990 die 30. Ausnahme, im "Landschaftsschutzgebiet Forggensee und benachbarte Seen" Baumaßnahmen durchzuführen. Ein Café, ein Teil des Gewerbegebiets und ein Hotel nennt Hundhammer als Beispiel, in denen das Landschaftsschutzgebiet demnach für andere Zwecke "missbraucht" wurde. "Irgendwann muss Schluss sein", fordert Hundhammer. 

Bei dem geplanten Parkplatz auf der Ostseite des Ortes, wo der Untergrund aus Niedermoortorf besteht, entsteht laut BUND Naturschutz bereits mit Kies Schaden. Ob dann auch noch Beton dazukomme, sei fast schon irrelevant: "Das Landschaftsschutzgebiet ist dann schon kaputt", so Hundhammer. 

Weniger Parkplätze sind ein "Segen"

Abgesehen davon hält Hundhammer es für einen "Segen", würden 30-40 Parkplätze im Ort wegfallen und damit weniger Touristen in den Ort kommen. Auch den Fahrradweg brauche es demzufolge nicht unbedingt, da die Autos sowieso nur 30 Km/h fahren dürfen. "Der Fahrradweg ist Luxus", sagt Hundhammer.

Als konkreten Vorschlag für weitere Parkplätze, falls sie wirklich nötig seien, nennt Hundhammer eine Strukturierung des bereits bestehenden großen Parkplatzes auf der westlichen Anhöhe von Hopfen am See. Mit konkreten Markierungen auf dem Boden hätten dort seiner Schätzung nach rund 20 Autos mehr als bisher Platz. 

Sobald die genauen Pläne vorliegen, wird der BUND Naturschutz wohl Einwand dagegen erheben. Falls das nicht reicht, wäre in der Theorie ein Bürgerbegehen oder ein gerichtlicher Einwand möglich. Ob es dazu kommen wird, ist derzeit noch nicht klar.

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