Wasserversorgung
Drei Bezahlmodelle für Wasserversorgung in Rieden denkbar

Die geplante Umstellung von Riedens Trinkwasserversorgung auf den Bezug aus Kaufbeuren wird die Gemeinde wohl noch einige Zeit beschäftigen. Diesen Eindruck konnte man in der gut besuchten Bürgerversammlung gewinnen, zu der Bürgermeister Ludwig Landwehr ins Musikerheim eingeladen hatte.

Zu diesem Thema gab es nicht nur Fragen an den Bürgermeister, sondern es wurde auch Kritik laut. Unstrittig war, dass aus den Riedener Zapfstellen künftig Wasser fließen muss, das unter den festgelegten Nitrat-Grenzwerten liegt. Widerstand regte sich allerdings bei der Frage, durch wen und wie die Kosten für die neu zu legende Wasserleitung von Kaufbeuren nach Rieden aufzubringen sind.

Landwehr ließ erneut keinen Zweifel daran, dass er das Geld nicht aus dem Gemeindesäckl nehmen wird, sondern die Bürger in der Pflicht sieht. Drei Bezahlmodelle sind aus Gemeindesicht denkbar: Entweder über die Erhöhung der Wassergebühren (die übrigens wegen der Sanierung der Technik in der Druckerhöhungsanlage ohnehin fällig wird) oder über Beiträge der Grundstückseigentümer. Denkbar ist aber auch ein Mix aus beiden Varianten.

Der Gemeinderat werde demnächst beschließen, so der Bürgermeister, welche Variante angewandt werde. Die gelte dann aber für alle Betroffenen. Zur Vorbereitung der Entscheidung werden derzeit die Geschoss- und Grundstücksflächen im Gemeindebereich aktuell erfasst. Was die Kosten anbelangt, wollte sich Landwehr nicht auf Zahlen festlegen lassen, 'aber ein paar Tausend Euro pro Haushalt kommen da schon zusammen', meinte er.

Ein Verkauf der Wasserversorgung an private Betreiber kommt für die Gemeinde nicht infrage.

Das Leitungsnetz sei gut in Schuss, und man werde es nicht aus der Hand geben, so Landwehr: 'Wir wollen Herr unserer eigenen Anlage bleiben!' Über Details sollen die Riedener bei einer späteren Bürgerversammlung informiert werden. Der Baubeginn ist für 2012 vorgesehen.

Zu Beginn seines Vortrages hatte Landwehr einen Blick in den Gemeindehaushalt (2011: 2 467 960 Euro) gewährt, der etwa 300 000 Euro unter dem des Vorjahres liegen wird, als der Kindergartenbau zu Buche schlug. Die größten Einnahmequellen der Gemeinde sind Einkommensteuer und Umsatzsteuerbeteiligung (480 000 Euro), Grund- und Gewerbesteuer (205 400 Euro) sowie die Schlüsselzuweisungen der Staatsregierung (299 400 Euro). Viel Geld muss als Kreis- bzw. VG-Umlage (363 500 Euro/100 100 Euro) gezahlt werden.

Und auch Bauhof, Straßen- und Wirtschaftswegeunterhalt fordern ihren Preis (61 750 Euro). Die Schulausbildung ihrer Kinder lässt sich die Gemeinde 68 300 Euro kosten, knapp 141 000 Euro wendet sie für den Kindergarten auf. Rund 55 800 Euro fließen an den Abwasserverband. Erfreulich: Die Verschuldung Riedens sinkt weiter. Der Pro-Kopf-Schuldenstand wird in diesem Jahr bei 3,54 Euro liegen.

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