Stadtgeschichte
Dokumente der Vereine werden im Stadtarchiv Füssen für die Nachwelt aufbewahrt

Sie dokumentieren einen Teil Stadtgeschichte: die Schreiben aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg über die Gründung des Obstbau- und Bienenzuchtvereins Füssen, dem Vorläufer des heutigen Blumen- und Gartenvereins sowie des Imkervereins. Die Dokumente werden nun im Stadtarchiv speziell gelagert, um sie der Nachwelt zu erhalten. Archiv-Leiterin Ruth Michelbach hofft, dass andere Vereine diesem Beispiel folgen werden und ihre historischen Papiere, aber auch Fotos im Rathaus deponieren.

Andreas Rösel ist nicht nur Vorsitzender des Blumen- und Gartenbauvereins, sondern auch Leiter des Standesamtes. Und damit hat er schon von Berufs wegen eine besondere Beziehung zu Urkunden. Doch war ihm nicht wohl dabei, die Tradition des Vereins fortzuführen, dass der jeweilige Vorsitzende die Gründungsprotokolle und andere Schreiben aufbewahrt - etwa die Empfehlung des Landwirtschaftlichen Bezirksausschusses Füssen aus dem Jahr 1908 an den Stadtmagistrat, den Obstbau und die Bienenzucht zu fördern. Denn er befürchtete, dass die historischen Papiere trotz aller Sorgfalt beschädigt werden könnten. «Ich war drauf und dran, die Papiere ins Staatsarchiv zu geben», so Rösel.

Doch nach Rücksprache mit Ruth Michelbach beschloss er, dass die Papiere im Stadtarchiv aufbewahrt werden sollen. «Sie bleiben im Eigentum des Vereins, wir bewahren sie nur auf», erklärt Michelbach. Ein Novum, denn bislang ist alles, was sich im Archiv befindet, im Eigentum der Stadt.

Aus Keller oder Dachboden

Sie hofft, dass auch andere Vereine diesem Beispiel folgen werden, «damit Dokumente nicht in einem Keller oder einem Dachboden verloren gehen». Es komme nicht so sehr auf das Alter der Unterlagen an, sondern auf die Bedeutung: Wichtig sind für Michelbach vor allem Gründungsprotokolle, aber auch Dokumente von besonderen Beschlüssen.

Der Verein verliere nichts, da er Eigentümer der Papiere bleibe, betont die Leiterin des Stadtarchivs. Dafür gewinne er etwas: nämlich, dass die Dokumente erhalten werden. «Sie werden mit derselben Sorgfalt aufbewahrt wie unser Eigentum.» So auch die historischen Schreiben des Gartenbauvereins: Sie werden in einem säurefreien Umschlag in einem speziellen Karton gesichert, um sie für die Nachwelt aufzubewahren. Das soll verhindern, dass das in holzhaltigen Dokumenten enthaltene Lignin die Papierfasern zerstört.

Mit dem Gartenbauverein wurde nun eigens ein Depotvertrag geschlossen. Darin sind die Eigentumsverhältnisse geregelt und unter anderem, dass die Papiere Forschungszwecken zugänglich gemacht werden können. Kosten für den Verein entstehen nicht. Auch Bürgermeister Paul Iacob ist froh, dass die alten Dokumente nun im Archiv gelandet sind, «damit sie nicht irgendwann verschwinden».

Dies sei ein Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Gartenbauverein und Kommune. Diese erstrecke sich nicht nur auf die Sicherung historischer Urkunden: Man wolle im Stadtgebiet - unter anderem vor dem ehemaligen Landratsamt - gemeinsam Obstbäume pflanzen.

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