Kriminalität
Diebesbande aus Füssen ist auch für Ampelattacken verantwortlich

Rund 70 Straftaten, bei denen ein Schaden von mehr als 100 000 Euro entstand, hat die Polizei mittlerweile der sechsköpfigen Diebesbande mit 21- bis 28-jährigen Männern aus Füssen und Umgebung zugeordnet, der sie wie berichtet vor einem Monat das Handwerk legte. Wie die Polizei mitteilt, gehört dazu neben zahlreichen Diebstählen und Einbrüchen auch die zweifache Beschädigung der Verkehrsampel an der König-Ludwig-Brücke zwischen Füssen und Schwangau im Oktober und Dezember vergangenen Jahres.

Dass sie der Bande diese Vorfälle zuordnen könne, sei nicht zuletzt der umfangreichen Berichterstattung unserer Zeitung zu verdanken, so die Polizei. Allein an der Ampelanlage war ein Sachschaden von insgesamt rund 25 000 Euro entstanden.

Kürbiskassen aufgeflext und das Bargeld daraus gestohlen

Des Weiteren hat die Polizei der Bande den Aufbruch sieben sogenannter 'Kürbiskassen' im Raum Füssen, aber auch im Bereich Landsberg und Bad Wörishofen nachgewiesen. Sie flexten die Stahlkassen auf, um daraus das Bargeld zu stehlen.

Besonders dreist waren die Täter beim Diebstahl von vier hochwertigen Autoreifen samt Felgen zu Werke gegangen. An einem Autohaus in Biessenhofen bockten sie ein zum Verkauf stehendes Fahrzeug auf und montierten die Hinterräder ab. Weil bei den Vorderrädern die Radmuttern zu fest saßen, entwendeten sie noch in derselben Nacht die Vorderräder eines baugleichen Pkw in Kempten.

Beim Einbruch in ein Autohaus in Marktoberdorf wurde die Bande durch die Alarmanlage gestört und flüchtete. Anders bei einem Autohaus in Schongau, wo sie von einem BMW vier Reifen abmontierte und stahl. Die Täter lagerten diese in einem nahegelegenen Wald zwischen, wo sie zufälligerweise ein Zeuge entdeckte.

Bei einem weiteren Versuch eines Reifendiebstahls bei einem Autohaus in Füssen wurden die Täter vermutlich gestört. Die hochwertigen Fahrzeuge waren bereits aufgebockt und auf Holzklötze gestellt, die Reifen allerdings noch nicht vollständig abmontiert. Trotzdem entstand dem Autohaus ein Schaden von rund 1300 Euro.

Ware im Autozubehörmarkt bestellt, um sie zu stehlen

Dreist war auch der Versuch eines Einbruchs Anfang April in einem Autozubehörfachmarkt in Oberstdorf. Ein Bandenmitglied hatte unter falschem Namen Waren bestellt, die nach ihrer Anlieferung per Nachtexpress gestohlen werden sollten. Nur weil in der geplanten Tatnacht die Teile erst verspätet angeliefert wurden, kam es nicht dazu.

Ein Bandenmitglied schreckte auch nicht davor zurück, durch falsche Angaben bei der Polizei an Geld zu kommen. Er zerkratzte im März mit Unterstützung eines anderen sein Auto und ließ sich von der Versicherung 7300 Euro ausbezahlen. Die Beiden machten sich damit auch wegen Versicherungsbetrugs und Vortäuschens einer Straftat strafbar.

Die Ermittlungen dauern laut Polizei weiter an, so dass das Sündenregister der Bande noch länger werden könnte. Insbesondere fehlt noch ein Teil der Beute. Möglicherweise wurden gestohlene Gegenstände weiterverkauft, die Käufer sind jedoch bisher nicht bekannt.

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